Das Rathaus in Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) (Foto: SWR)

Entlastung für Bürgermeister-Stellvertreter

Niederstetten: Amtsverweser soll suspendierte Bürgermeisterin vertreten

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Die Stadt Niederstetten im Main-Tauber-Kreis sucht einen Amtsverweser. Er soll die Amtsgeschäfte der vorläufig vom Dienst suspendierten Bürgermeisterin führen.

Viel Aufmerksamkeit hat er erregt: Der Krach zwischen der Bürgermeisterin von Niederstetten Heike Naber (CDU) und dem Gemeinderat. Naber wurde im April 2021 vom Dienst suspendiert, die Rathausschlösser wurden ausgetauscht und jetzt wird ein Amtsverweser gesucht, der ihre Geschäfte vorläufig weiterführt.

Am Ende der Kräfte - Amtsverweser soll Bürgermeister-Stellvertreter entlasten

Der Amtsverweser soll Entlastung, aber auch Kontinuität innerhalb der Verwaltung bringen. Seit eineinhalb Jahren führen die vier Bürgermeister-Stellvertreter in Niederstetten vorübergehend die Amtsgeschäfte - ehrenamtlich, neben ihren eigentlichen Jobs aber "in erheblichem Ausmaß", sagte Klaus Lahr, einer der vier, dem SWR. Man sei am Ende der Kräfte. Der seit Mitte 2021 bestellte Interimsverwalter Klaus Brodbeck hatte im Frühjahr dieses Jahres sein Amt niedergelegt. Er hatte tageweise die Verwaltung geleitet.

Bis zum 8. Juli läuft die Bewerbungsfrist für den Job des Amtsverwesers. Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Lahr hofft, dass es Kandidatinnen oder Kandidaten gibt. Eine ehrenamtliche Führung einer Stadt sei möglich, sagte Bürgermeister-Stellvertreter Lahr dem SWR. Aber es mache eben einen "gewaltigen Unterschied", ob eine derartige Situation ein paar Monate andauere oder mittlerweile eineinhalb Jahre. "Und das Ende ist nicht abzusehen", so Lahr abschließend.

Konflikt mit Bürgermeisterin seit über zwei Jahren

Der Konflikt um Bürgermeisterin Naber zieht sich in der 4.800 Einwohner zählenden Stadt bereits seit mehr als zwei Jahren hin. Im vergangenen Jahr wurde die Stadtchefin vom Landratsamt des Main-Tauber-Kreises vorläufig des Dienstes enthoben – nach mehreren Strafanzeigen und Disziplinarverfahren. Zuvor erreichte der Streit in einer beispiellosen Aktion seinen Höhepunkt: Im Rathaus wurden die Schlösser ausgetauscht und somit der Bürgermeisterin nach vier Monaten Abwesenheit der Zutritt verwehrt.  

Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt weiter gegen Naber

Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft Ellwangen gegen Naber. In Strafanzeigen aus dem Gemeinderat werden der Stadtchefin Falschbeurkundung und Haushaltsuntreue vorgeworfen. Auch das Berufungsverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim ist noch nicht abgeschlossen. In Vorinstanz hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart die vorläufige Dienstenthebung der Bürgermeisterin durch das Landratsamt für nicht rechtmäßig erklärt. Weil der Landkreis aber bei seiner Auffassung blieb, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Gemeinderat und Verwaltung auf der einen und Bürgermeisterin Naber auf der anderen Seite dauerhaft zerstört sei und ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils äußerte, wurde Berufung eingelegt.

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