Schild einer Arbeitsagentur (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Seeger/dpa)

Arbeitsaufgabe wegen der Impfpflicht

Wegen Impfpflicht in medizinischen Berufen: Verbände fürchten um Personal

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Bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim haben sich bereits vereinzelt Menschen aus medizinischen Berufen arbeitssuchend gemeldet, die sich nicht impfen lassen möchten.

Genaue Zahlen gebe es aber noch nicht, heißt es. Ab Mitte März 2022 gilt die sogenannte "einrichtungsbezogene Impfplicht". Sie soll Patienten besser vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Aus Arztpraxen, Pflegeheimen und Krankenhäusern haben sich Menschen bei uns gemeldet, sagte die Sprecherin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, Petra Fischer, dem SWR. Allerdings würden diese Fälle nicht gesondert statistisch erfasst. Für die Agentur gehe es in erster Linie darum, diese Menschen in eine neue Tätigkeit zu vermitteln.

Klärungsbedarf bei der Sperrfrist

Wer von sich aus vor dem 15. März 2022 kündigt, muss mitunter durch die Sperrfrist drei Monate auf Arbeitslosengeld verzichten. Es werde jeder Einzelfall von der Agentur geprüft, heißt es. Es dürfte allerdings schwierig werden, auf das Argument, dass eine Impfpflicht nicht zumutbar sei, zu bauen, so Fischer.

Für die Zeit nach dem 15. März ist die Sperrfristregelung noch unklar. Der Vorstand in Schwäbisch Hall sei zurzeit in Gesprächen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, so Fischer weiter. Sie empfiehlt Menschen aus medizinischen Berufen, die sich nicht impfen lassen wollen, sich frühzeitig um eine Jobalternative zu kümmen und sich entsprechend arbeitssuchend zu melden.

Caritas-Verband Tauberkreis (Foto: Pressestelle, Caritas-Verband Tauberkreis)
Caritas-Verband Tauberkreis, Geschäftsstelle in der Schlossstraße Pressestelle Caritas-Verband Tauberkreis

Wohlfahrtsverbände und Träger angespannt

Bei dem Caritasverband Tauberkreis ringt man schon seit einiger Zeit in mehreren Bereichen mit dem Fachkräftemangel. Der könnte sich in Zukunft noch verschärfen. Entsprechend gespannt schaut Michael Müller vom Vorstand auf die Entwicklung bei der "einrichtungsbezogenen Impfpflicht". Er hoffe, dass die wenigen ungeimpften Mitarbeitenden im Verband sich doch noch für eine Impfung entscheiden und der Caritas weiter zur Verfügung stehen, sagte er dem SWR.

Bisher keine impfbezogenen Kündigungen im Diakoneo

Im größten Krankenhaus im Kreis Schwäbisch Hall sind bisher keine Kündigungen wegen der "einrichtungsbezogenen Impfpflicht" bekannt, teilt ein Diakoneo-Sprecher auf SWR-Anfrage mit. Man setze die gesetzlichen Maßnahmen um. Welche Maßnahmen in welcher Form nötig sein werden, wenn die Impfpflicht Mitte März in Kraft tritt, sei derzeit jedoch noch nicht absehbar.

Schwarzwald-Baar-Kreis

Probleme bei der Versorgung Caritas befürchtet Pflegenotstand wegen Impfpflicht

Laut dem Caritasverband im Schwarzwald-Baar-Kreis droht ein Engpass in der Pflege. Das liegt nicht nur am allgemeinen Personalmangel, sondern hängt mit der Corona-Pandemie zusammen.  mehr...

Mannheim

Mannheim Keine Pflege-Kündigungswelle in Krankenhäusern

In den Uniklinika Mannheim und Heidelberg sowie in den Neckar-Odenwald-Kliniken haben in den vergangenen Wochen kaum Intensiv-Pflegekräfte gekündigt. Das ist das Ergebnis einer SWR-Recherche. Experten hatten befürchtet, dass es dort unter anderem wegen der ab März geltenden Impfpflicht in den Gesundheitsberufen zu einer Kündigungswelle kommen könnte. Im Uniklinikum Mannheim ist die Personalsituation aber weiterhin stabil. Statt Kündigungen erwarte man hier stattdessen sogar Zuwachs, hieß es. Die Neckar-Odenwald-Kliniken melden ebenfalls keine Kündigungen, dafür seien sechs neue Intensiv-Vollzeitkräfte eingestellt worden. Ähnliche Lage im Uniklinikum Heidelberg – dort habe es in den vergangenen paar Wochen "keinen Anstieg der Kündigungen im Bereich Pflege" gegeben.   mehr...

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