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In Zeiten der Ausgangsbeschränkung wegen des Coronavirus hockt so manches Paar und manche Familie in der Wohnung dicht aufeinander. Da sind persönliche Rückzugsorte wichtig. Das Motorrad bietet eine Chance, der Enge für eine Zeit zu entkommen.

Wenn es ums Motorradfahren geht, leuchten bei Joachim Gehring die Augen. Wohl kein Polizist ist in der hiesigen Bikerszene so bekannt wie der 58-Jährige. Nicht nur im Dienst, auch privat fährt er seit 1984 leidenschaftlich gerne Motorrad. Es sind die Freiheit und das Fahrgefühl, was kein Cabrio oder sonstiges Fahrzeug zu bieten haben, schwärmt er. Auch das Genießen der Natur sei ein wichtiger Aspekt.

Biker respektieren Sperrung der Treffpunkte

Die Corona-Verordnung lässt Motorradfahren zu, nur eben nicht mehr in Gruppen (außer Familien), sagt Gehring. Die Polizei hat den beliebten Bikertreffpunkt "Löwensteiner-Platte" im Kreis Heilbronn schon vor einigen Tagen gesperrt. Das wurde in der Szene heiß diskutiert. Wir stellen aber bei unseren Kontrollen fest, dass sich die Motorradfahrer daran halten und sich auch nicht abseits irgendwo treffen, lobt Gehring. In der Bikerszene sei genauso angekommen, dass es wichtig sei, die Abstandsregeln einzuhalten.

Dauer

Leere Straßen nicht zum Rasen ausnutzen

Zurzeit sind die Straßen deutlich leerer als sonst. Eine Chance, unter erleichterten Bedingungen sich vor der anstehenden Saison vorsichtig wieder an die Maschine zu gewöhnen. Doch nicht alle werden so denken, deshalb mahnt der erfahrene Polizist, nicht zu rasen. Es dürfe auf keinen Fall so kommen, dass die Intensivbetten der Krankenhäuser mit unnötigen Unfallopfern belegt sind, die wir eigentlich für die Versorgung der Corona-Patienten brauchen.

Zeit nutzen, um Saison vorzubereiten

Die jetzt vielleicht zusätzliche Zeit könnten die Biker ja auch in der Garage verbringen, die Maschine pflegen, warten oder wieder flott machen. Auch ein Blick auf den Motorradkombi könne nicht schaden, meint Gehring. Eben all die Dinge, für die sonst vor der Saison manchmal die Zeit fehlt.

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