Waldemar Ilg hilft Flüchtigen aus der Ukraine (Foto: SWR)

Wohnungen und Jobs fehlen

Arbeit für Flüchtlingshelfer immer schwieriger

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Für Helfende in Heilbronn-Franken wird es eine immer größere Herausforderung, Geflüchteten aus der Ukraine Wohnungen oder Jobs zu vermitteln.

In Heilbronn-Franken gibt es derzeit zu wenige Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine. Viele Kommunen suchen nach Wohnungen und Übergangslösungen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sei im Vergleich zu Beginn des Ukrainekriegs zurückgegangen, berichten Helferinnen und Helfer. Doch das Engagement einiger Einzelner ist nach wie vor ungebrochen. Trotz vieler Hürden - auch bei der Jobsuche.

Alle Räume im Heilbronner Gemeindehaus sind belegt

Seit über einem halben Jahr ist Waldemar Illg täglich unterwegs. Er betreut geflüchtete Menschen aus der Ukraine im Gemeindehaus seiner Freikirche Gemeinde Gottes e.V. in Heilbronn. Er hilft bei Anträgen, bei Übersetzungen ins Deutsche und vor allem mit Wohnraum. Familie Bureina - eine Mutter und zwei Kinder aus der Ostukraine - hat er im Dachgeschoss des Gemeindehauses untergebracht. Sie würden am liebsten für immer bleiben.

Waldemar Ilg hilft Flüchtigen aus der Ukraine (Foto: SWR)
Familie Bureina lebt seit einem halben Jahr im Heilbronner Gemeindezentrum.

Die meisten Geflüchteten seien sehr dankbar für Illgs Hilfe - das freut ihn. Wenn er könnte, würde er wohl noch mehr Menschen helfen, gerade jetzt, wo vielerorts händeringend nach Unterkünften gesucht wird. Doch irgendwann sind auch seine Möglichkeiten erschöpft.

"Die Menschen rufen aus ganz Deutschland an. Ich muss dann sagen, ich kann nichts mehr machen. Ich kann nicht noch jemanden in das Haus aufnehmen."

Schwierige Wohnungssuche

Die Wohnungssuche in der Region ist schwierig. Nicht alle haben so viel Glück wie Oksana Shevchenko, die sich selbst um eine Wohnung bemüht hat. Eigentlich zu teuer - aber am Ende konnte man sich mit dem Vermieter einigen.

"Die Miete war eigentlich ein bisschen mehr, als das Jobcenter genehmigt hat. Aber jetzt ist der Vermieter auch so weit gegangen, dass er glaubt, es passt. Es ging um 60 Euro."

Ohne Sprachkenntnisse nur wenig Chancen auf einen Job

Oksana Shevchenko macht einen Sprachkurs. Denn ohne Deutschkenntnisse haben die meisten Geflüchteten hier keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Auch hier versucht Waldemar Illg, schnell und unbürokratisch zu helfen.

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