Autos auf regennasser Autobahn (Foto: dpa Bildfunk,  Jan Woitas/dpa)

ADAC warnt vor erhöhter Gefahr durch marode Straßen

Aquaplaning - die unterschätzte Gefahr: Autofahrer stirbt bei Bad Rappenau

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Tragischer Ausgang eines Unfalls bei Gewitterregen auf der A6 bei Bad Rappenau - die Folge von Aquaplaning. Eine Gefahr, die zunimmt und laut ADAC häufig unterschätzt wird.

Der tödliche Unfall passierte laut Polizei am Mittwochabend kurz nach 20 Uhr bei Starkregen. Ein 58-jähriger Mann aus dem Kreis Reutlingen verliert auf nasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen Mercedes, kracht in die Mittelleitplanke und bleibt auf der linken Fahrbahn stehen.

Er zieht eine Warnweste an, holt das Warndreieck raus und will es aufstellen. Und genau das wird ihm zum Verhängnis: Ein 20-jähriger Fahrer verliert - auch wegen Aquaplanings - die Kontrolle und erfasst den 58-Jährigen frontal, so die Polizei Heilbronn. Der angefahrene Mann erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.

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Der Unfall wird jetzt noch einmal genau untersucht. Die Ermittlungen der Verkehrspolizei laufen. Zeugen werden gesucht und gebeten, sich bei der Polizei Weinsberg (Kreis Heilbronn) zu melden.

Besser kein Warndreieck aufstellen

Ein Warndreieck aufzustellen, war das falsch? Ja - sagt Christian Schäfer vom ADAC Württemberg: Denn das Wichtigste ist, sich selbst in Sicherheit zu bringen.

"Sofort das Fahrzeug verlassen, kein Warndreieck aufstellen, sondern direkt über die Mittelleitplanke rüberklettern."

Hinter der Mittelleitplanke sollte man dann dem Verkehr entgegen gehen, so Schäfer, und mit den Händen den nachfolgenden Verkehr warnen. So hätte bei dem Unfall auf der A6 bei Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) vielleicht das Schlimmste verhindert werden können.

Tödlicher Unfall A6 bei Bad Rappenau - Beim Aufstellen von Warndreieck erfasst (Foto: Julian Buchner / Einsatz-Report24)
Tödlicher Unfall A6 bei Bad Rappenau: Beim Aufstellen eines Warndreiecks wurde ein Autofahrer erfasst. Julian Buchner / Einsatz-Report24

Immer mehr Aquaplaning-Unfälle - Profiltiefe der Autoreifen hat Einfluss

Aquaplaning-Unfälle nehmen zu, so Christian Schäfer: Weil sich Starkregen-Ereignisse häufen, weil das Autobahnnetz in vielen Bereichen sanierungsbedürftig sei und Senken und Spurrillen entstanden seien. Und: Wo sich Wasser sammelt, ist die Gefahr des "Aufschwimmens" - des Aquaplanings - hoch.

"Leider wird die Gefahr des Aquaplanings unterschätzt."

Die Profiltiefe der Autoreifen spielt die entscheidende Rolle. Die gesetzliche Vorschrift lautet mindestens 1,6 Millimeter. Das lässt sich einfach mit einem Kniff messen: eine Zwei-Euro-Münze in die Reifenrille stecken. Verschwindet der Rand, dann ist mindestens 1,6 Millimeter Profil vorhanden. Dennoch sei das viel zu wenig, sagt Schäfer. "Der ADAC empfiehlt bei Sommerreifen mindestens 3 Millimeter und bei Winterreifen 4 Millimeter. Da ist man auf jeden Fall schon ein Stückchen sicherer." Und natürlich gilt: Bei Nässe runter vom Gas.

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Falls das Fahrzeug auf der nassen Fahrbahn ins Schwimmen gerät, empfiehlt Christian Schäfer: Ruhe bewahren. "Nicht lenken, das Lenkrad geradeaus halten, nicht bremsen, nicht beschleunigen. Das Fahrzeug ausrollen lassen, bis man wieder spürt, dass man Fahrbahnkontakt hat." Und dann natürlich mit weniger Tempo weiterfahren.

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SWR