Schnelltest (Foto: SWR)

Unmut bei Apothekern - Forderung nach Planungssicherheit

Diskussion um geplantes Auslaufen von kostenlosen Corona-Schnelltests

STAND

Es gibt immer mehr Forderungen, die kostenlosen Corona-Schnelltests zu verlängern. Unter anderem wollen Apotheker in Heilbronn-Franken Planungssicherheit.

Nach derzeitigem Stand endet Ende Juni das Angebot der sogenannten Bürgertests. Die aktuelle Testverordnung ist befristet bis Ende des Monats. Bisher können sich Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal wöchentlich auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen.

Weiter kostenlose Tests? Apotheker brauchen Ansagen

Der Heilbronner Apotheker Dieter Harfensteller fordert von der Politik Planungssicherheit - vor allem mit Blick auf den Herbst. Es gebe immer wieder neue Varianten und Infektionsschübe, sagte er dem SWR.

"Deswegen kann man da dann nicht kurzfristig reagieren, wenn jetzt alles abgebaut und eingestellt wird. Dann wird es schwierig, diese Infrastruktur wieder aufzubauen."

Apotheke Schild (Foto: SWR)
Manche Apotheken in der Region bieten derzeit noch kostenlose Corona-Schnelltests (Symbolbild)

Das letzte Mal habe er das Testzentrum komplett ausgeräumt und den Mietvertrag gekündigt. Drei Wochen später habe er wieder alles eingeräumt. Er fordert von der Politik einen Plan, wie es im Herbst weitergehen soll. Keiner habe die Sicherheit, was in Bezug auf die Varianten passiere werde, betont Harfensteller. Aber zumindest könnten Rahmenbedingungen gesetzt werden.

"Wir tappen total im Nebel und im Dunkeln. Das kann ja nicht sein, dass zwei Minuten vorher dann wieder aus der Hüfte geschossen wird."

Laut Bundesgesundheitsamt läuft derzeit noch der interne Abstimmungsprozess zur Corona-Testverordnung, hieß es auf Nachfrage des SWR.

Passanten in Heilbronn sehen Ende der kostenlosen Tests entspannter

Der Landesapothekerverband mahnt, die Laufzeit für die derzeit noch kostenfreien Bürgertests zu verlängern. Ansonsten verliere man "die effektivste Mechanik, das Infektionsgeschehen zu beobachten und frühzeitig Infektionsketten zu entdecken". Das werde für unvorsichtig und falsch gehalten.

Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage in Heilbronn sehen die Menschen das geplante Auslaufen der Corona-Tests indes noch entspannt: "Ich finde es nicht so schlimm. Wenn ich Symptome habe, dann kaufe ich mir einfach einen", so eine Passantin. "Ich mache sowieso keinen Test mehr, weil ich gehe eh nirgendwo hin", sagt eine Frau in der Fußgängerzone. Was einen möglichen bevorstehenden Corona-Herbst angeht, ist die Stimmung eher abwartend: "Ich vermute, dass was kommt, und vielleicht brauchen wir sie dann wieder", heißt es.

Kostenlose Bürgertests spätestens wieder im Herbst

Der Heilbronner Apotheker Kristian Rudolph erwartet, dass es spätestens im Herbst mit den kostenlosen Bürgertests weitergeht. Für ihn persönlich als Apotheker wäre es in Ordnung, wenn in den Sommermonaten nicht getestet werde - wenn die Inzidenzen niedrig sind.

"Wir nutzen die Zeit, um Urlaub zu machen, um Überstunden abzubauen. Ich glaube aber, dass es Sinn macht, im Herbst weiterzutesten."

Auch VdK fordert Verlängerung der Bürgertests

Auch der Sozialverband VdK hat aufgerufen, die kostenlosen Corona-Bürgertests bis in den Winter zu verlängern. Hier sei Eile geboten, da sie Ende Juni auslaufen, hieß es. Die Länder hatten den Bund bei der Ministerpräsidentenkonferenz bereits gebeten, die kostenlosen Bürgertests länger zu finanzieren.

Schild "Corona Teststation" an der Zufahrt zur Theresienwiese in Heilbronn. Corona Drive-In. Abstrichstelle. (Foto: SWR)
Der Andrang an den Teststellen ist derzeit gering (Symbolbild)

Deutlich weniger Schnelltests momentan

Die Nachfrage nach Schnelltests hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen, heißt es aus den Landratsämtern. Das bestätigen auch Apotheker. Es "dümpelt", sagt zum Beispiel Dieter Harfensteller.

"Rentabilität ist eigentlich nicht mehr gegeben, aber wir ziehen das durch letztendlich, um unsere Infrastruktur aufrechtzuerhalten und nicht wieder bei Null anfangen zu müssen."

Auch sein Kollege Kristian Rudolph spricht von deutlich weniger Tests. Im Vergeich zum Winter sei es momentan noch ein Viertel der Menge.

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