Eine alte Frau trinkt aus einem Glas Wasser (Symbolbild): Vor allem ältere Menschen leiden unter der Hitze (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Jana Bauch)

Experten rechnen mit weiteren Gesundheitsschäden und Todesfällen

AOK: Immer mehr Hitze-Patienten - vor allem Ältere und Schwache

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Die Hitzeperioden haben ihre Auswirkungen vor allem auf Ältere und Schwache: Laut Krankenkasse AOK Heilbronn-Franken vermehren sich gesundheitliche Probleme aufgrund der Hitze.

"Hitze belastet den menschlichen Organismus stark, gefährdet die Gesundheit und erhöht die Sterblichkeit signifikant", schreibt die Krankenkasse in einer Mitteilung. Viele Menschen müssen sich aufgrund gesundheitlicher Probleme wegen der hohen Temperaturen in ärztliche Behandlung begeben, Tendenz steigend.

Wegen der anhaltend heißen Temperaturen könnten in Zukunft weitaus mehr Gesundheitsschäden und Todesfälle auftreten, prognostizieren Expertinnen und Experten. Besonders gefährdet sind Risiko-Patientinnen und -Patienten, sagt Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Ältere Menschen, Babys und Kleinkinder laufen Gefahr, zu wenig zu trinken. Aber auch Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, seien einem erhöhten Risiko gesundheitlicher Folgeschäden ausgesetzt.

Zahl der Hitze-Patienten schwankt in der Region

So seien im Jahr 2021 beispielsweise allein in Heilbronn rund 100 AOK-Versicherte wegen Hitzeschäden beim Arzt gewesen, heißt es. Im Hohenlohekreis schwankte die Zahl in den letzten fünf Jahren zwischen 36 und 76. Im vergangenen Jahr hätten 39 AOK-Versicherte wegen der Hitze einen Arzt aufgesucht. Im Main-Tauber-Kreis waren es im Jahr 2021 48 AOK-Versicherte und im Kreis Schwäbisch Hall 80 AOK-Versicherte, heißt es weiter.

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Im Land Baden-Württemberg seien es in den vergangenen fünf Jahren jährlich zwischen 2.888 und 6.524 AOK-Versicherte gewesen, die sich wegen gesundheitlicher Probleme an den heißen Tagen in ärztliche Behandlung begeben hätten.

Die Zahlen steigen: 2019 seien rund 21 Prozent mehr Hitzeopfer in ärztlicher Behandlung gewesen als noch 2016. Laut Statistischem Landesamt seien 2019 wegen der anhaltenden hohen Temperaturen rund 1.700 Menschen gestorben.

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Abkühlung hilft bei Überhitzung

Typische Anzeichen seien laut AOK Kopfweh, Übelkeit, Atemnot, Hyperventilation, Schwindel, Bewusstseinsveränderungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. "Als erste Hilfsmaßnahmen sollten Betroffene an einen kühlen Ort gebracht und der Körper abgekühlt werden", so Sabine Knapstein.

An heißen Tagen rät die Ärztin viel trinken, wasserhaltige Nahrung zu sich nehmen und sich möglichst im Schatten aufzuhalten. Auch die Zufuhr von Elektrolyten sei wichtig, denn sie unterstützen die Steuerung der Nerven- und Muskelfunktion.

Als Getränke seien insbesondere Wasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees empfehlenswert. Der Mehrbedarf an Flüssigkeit sei bei großer Hitze nicht zu unterschätzen: Die sonst empfohlenen 1,5 - 2 Liter reichen bei Hitzeperioden oft nicht mehr aus, heißt es weiter.

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Doc Fischer SWR Fernsehen

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