Versammlung bei der Betriebsratssprechstunde bei Audi (Foto: SWR)

Sprechstunde und Kundgebung mit Betriebsrat Audi-Belegschaft fordert Zukunftsperspektiven für Neckarsulm

Mitarbeiter des Audi-Werks in Neckarsulm machen sich Sorgen: Wie wird es am Standort weitergehen? Am Dienstag informierte der Betriebsrat die Belegschaft über seine Vorstellungen und bekräftigte Forderungen an den Vorstand.

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18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Der Blick auf das Audi-Gelände in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) blieb Außenstehenden verwehrt. Quasi hinter verschlossenen Toren hielt die Arbeitnehmervertretung am Dienstag eine sogenannte zentrale Betriebsratssprechstunde auf dem Werksgelände ab. Ein Feuerwehrauto versperrte die Sicht auf die gut 5.000 Audi-Mitarbeiter, die gekommen waren, um in Richtung Vorstand ein Zeichen zu setzen – mit der Forderung: Audi in Neckarsulm muss bleiben.

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Audi-Mitarbeiter sind verunsichert

Die Sorge in der Belegschaft um die Zukunft des Werks und die Verunsicherung sind groß. Die Mitarbeiter wurden kurzfristig am Dienstagvormittag mit Flugblättern über die Aktion informiert. Der Betriebsrat stellte sich dann den Fragen zur möglichen Modell-Politik am Standort und der Produktion von Elektro-Modellen.

Betriebsrat will E-Modelle auch in Neckarsulm

Hier ist die Forderung klar. Die Arbeitnehmervertreter wollen in Neckarsulm ein Elektro-Modell, bisher ist dafür lediglich das Stammwerk in Ingolstadt vorgesehen. In Neckarsulm sollen demnach erst einmal nur Autos mit Verbrennungsmotor vom Band rollen, "Auslaufmodelle", wie es der Betriebsrat formuliert. E-Autos sollen demnach nur mittelfristig kommen.

Flyer Audi Betriebsratssprechstunde (Foto: SWR)
Der Audi-Betriebsrat verteilte am Morgen Flyer für die Betriebsratssprechstunde

"Wir wollen heute Klarheit darüber, wie es mit Neckarsulm weitergeht. Jetzt wird [ausgestattet], jetzt wird Geld ausgegeben, jetzt muss auch die Zukunft geklärt werden. Es geht um die Mitte des nächsten Jahrzehnts. 2025 wollen wir mit E-Modellen in Neckarsulm an den Start."

Rolf Klotz, Betriebsratsvorsitzender Audi Neckarsulm
Flugblatt Audi Betriebsratssprechstunde (Foto: SWR)
Flugblatt für die Audi-Betriebsratssprechstunde

Elektrostandort erst mittelfristig

Schon zuvor zeigte sich der Betriebsrat kompromissbereit bei Plänen, Ingolstadt als Elektro-Standort auszustatten und Neckarsulm erst in den kommenden Jahren folgen zu lassen, statt kurzfristig zwei volumenstarke E-Modelle an den Standort zu bekommen. Auf eine Zusicherung aber, das Werk in einigen Jahren zu elektrifizieren und einen festen Zeitpunkt dafür zu benennen, pocht der Betriebsrat.

Forderungskatalog in der Diskussion

Am Mittwoch kommt der Audi-Aufsichtsrat zusammen. Seit Monaten ringen Management und Beschäftigte um einen Zukunftsplan. Eckpunkte des Forderungskatalogs der Arbeitnehmervertreter, die auch im Aufsichtsrat besprochen werden könnten, sind unter anderem die Auslastung des Werks, die Beschäftigungssicherung sowie eben die Elektro-Modelle – auch für Neckarsulm.

"Kein Verständnis für Schwarzmaler"

Die Werksleitung äußerte sich nur in einer schriftlichen Stellungnahme. Darin hieß es unter anderem, man habe "keinerlei Verständnis für Schwarzmaler, die unseren Standort klein reden wollen."

Beide deutschen Audi-Werke sind seit Längerem nicht mehr ausgelastet. Der Neckarsulmer Standort kommt bisher nur auf 64 Prozent der Kapazität.

Audi e-tron auf der Bundesgartenschau in Heilbronn (Foto: SWR)
Der Audi e-tron war auf der Bundesgartenschau in Heilbronn präsent (Archiv)

Ab 1. April Markus Duesmann neuer Vorstandschef bei Audi

Erst am Freitag haben die Aufsichtsräte von VW und Audi entschieden, dass Markus Duesmann neuer Vorstandschef bei Audi wird. Er kommt von BMW und wird am 1. April Bram Schot ablösen.

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