Wirtschaftliche Schieflage in Heilbronn Maschinenbauer Illig kündigt Kurzarbeit ab 2020 an

Der Heilbronner Maschinenbauer Illig hat auf einer Betriebsversammlung Kurzarbeit ab Januar angekündigt. Rund 700 Mitarbeiter sind betroffen.

Der Maschinenbauer Illig in Heilbronn hat Kurzarbeit angekündigt (Foto: SWR)
Der Maschinenbauer Illig in Heilbronn hat Kurzarbeit angekündigt

Gründe für die Kurzarbeit ab Anfang des Jahres gebe es mehrere: Zum einen sei die Auftragslage nach den vergangenen Monaten schlecht, Illig liege rund 20 Prozent unter der Kapazitätsgrenze, bestätigte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm Michael Unser dem SWR.

Standorte im Ausland sorgen für Unmut

Betroffen sind mehr als 700 Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen. Erst im Jahr 2021 sei wieder mit einer Erholung der Auftragslage zu rechnen. Stellen wolle man keine streichen, solange es nicht nötig sei.

Ein weiteres Problem – und ein kritisches Thema – seien Standorte im Ausland, sagt Michael Unser. Es gibt bereits einen Standort in Indien, ein weiterer in Rumänien soll aufgebaut werden.

"Das sehen die Beschäftigten sehr kritisch, wenn eine Unterauslastung im Stammwerk ist und man aber parallel versucht, andere Standorte auszubauen. Das wird auch ein Thema für die nächsten Wochen, in denen wir klären müssen, wie sollen wir in Zukunft mit dem Standort umgehen."

Michael Unser, IG-Metall Heilbronn-Neckarsulm

Weitere Unternehmen von Kurzarbeit betroffen

Zuerst berichtete die Heilbronner Stimme über die wirtschaftliche Schieflage bei Illig. Der Maschinenbauer hat zudem Kunden in der Verpackungsindustrie. Auch diese hielten sich mit Investitionen derzeit zurück, in Anbetracht von Diskussionen um Kunststoffe und der weltweiten Entwicklung.

Derzeit kämpfen noch weitere Unternehmen in Heilbronn-Franken mit wirtschaftlichen Problemen. Zulieferbetriebe der Autobranche sind ebenso betroffen wie Auto- und Maschinenbauer. Zuletzt meldete auch die Firma Schunk in Lauffen (Kreis Heilbronn) Kurzarbeit an.

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