Der Messschlauch eines Geräts zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines Audi A4 TDI in einer Werkstatt  (Foto: dpa Bildfunk, Ina Fassbende)

Kraftfahrtbundesamt ordnet Rückruf an Abgas-Skandal: Audi muss 40.000 Dieselautos zurückrufen

Der Autobauer Audi mit einem Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) muss rund 40.000 alte Dieselautos zurückrufen. Es geht um bestimmte Fahrzeuge aus den Modellreihen A4 und A6, wie sie auch im Audi-Werk Neckarsulm vom Band liefen.

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe den Rückruf angeordnet. Demnach müssen Autos der Modellreihen A4 und A6 mit Sechszylinder-TDI-Motoren aus den Jahren 2004 bis 2009 in die Werkstätten, bestätigte ein Audi-Sprecher dem SWR.

Wie es hieß, muss Audi aus der Motorsteuerung unzulässige Programme entfernen. Diese sorgten dafür, dass die Autos zwar auf dem Prüfstand die vorgegebenen Stickoxid-Abgasgrenzwerte einhielten, auf der Straße jedoch nicht. Der Autobauer hat bereits eine technische Lösung in Aussicht gestellt, wird diese vom KBA freigegeben, könne die Umrüstung beginnen.

Bekommt Audi neuen Chef?

Derweil meldet die Nachrichtenagentur Reuters, dass Volkswagen den ehemaligen BMW-Vorstand Markus Duesmann zum Chef seines Tochterunternehmens Audi machen will. Nach Insiderinformationen sei die Personalie kommende Woche Thema im Aufsichtsrat. Dafür müsste allerdings der jetzige Audi-Chef Bram Schot weichen, der erst seit Anfang des Jahres den Chefsessel innehat und Rupert Stadler ablöste. Dieser war wegen Betrugsverdachts in der Dieselaffäre in Haft genommen worden.

Insgesamt habe das KBA seit 2015 für über 200.000 Audis Rückruf-Bescheide erlassen, heißt es von der Deutschen Presseagentur (dpa). Der Diesel-Skandal habe Audi rund 3,4 Milliarden Euro gekostet.

Verkaufszahlen gehen im Oktober nach oben

Nach eigenen Angaben stabilisieren sich die Verkaufszahlen des Autobauers: Audi habe im Monat Oktober rund ein Drittel mehr Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Marke hat damit im vergangenen Monat weltweit fast 150.000 Wagen abgesetzt. Beim Oberklassenmodell A6 aus dem Werk Neckarsulm vermeldet Audi sogar einen Zuwachs von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Oktober. Das klingt nach hohen Absatzzahlen – vor einem Jahr aber waren die Verkäufe insgesamt wegen fehlender Abgaszulassungen um die Hälfte eingebrochen.

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