Astronaut Alexander Gerst (Foto: picture-alliance / Reportdienste, SWR, Christoph Hardt/Geisler-Fotopress)

Ehren-Doktor für Künzelsauer Was macht eigentlich Astronaut Alexander Gerst?

Er übt den Beruf aus, von dem viele Kinder träumen: Alexander Gerst ist Astronaut. Morgen wird ihm die Ehrendoktorwürde des Karlsruher Instituts für Technologie verliehen. Doch was macht ein Astronaut eigentlich, wenn er sich nicht gerade auf einer Mission befindet?

Der aus Künzelsau stammende Gerst ist eigentlich nicht „nur“ Astronaut, sondern auch Geophysiker und Vulkanologe. Und das lässt sich mit dem Astronauten-Beruf sehr gut vereinen.

Astronaut Gerst mit Fotos von Künzeslau

Zwei Missionen zur ISS hat Alexander Gerst mitgemacht. 362 Tage, eine Stunde und 51 Minuten arbeitete der Künzelsauer im Weltraum – 400 Kilometer über der Erde. Damit ist er europäischer Rekordhalter.

Bildergalerie - Sojus-Raumkapsel gelandet Künzelsauer Astronaut Gerst zurück auf der Erde

Die Sojus-Kapsel mit den Astronauten landet im Schnee. (Foto: picture-alliance / dpa, TASS Foto: Alexander Ryumin/TASS)
In der Steppe von Kasachstan in Zentralasien ist es am Donnerstag frostig kalt, als die Sojus-Raumkapsel an einem Fallschirm hängend auf dem Boden aufschlägt. 197 Tage lang waren Alexander Gerst und sein Team rund 400 Kilometer über den Kontinenten und Ozeanen um den Erdball geschwebt. TASS Foto: Alexander Ryumin/TASS Bild in Detailansicht öffnen
Ein Such- und Rettungsteam nähert sich der gelandeten Sojus-Raumkapsel. Denn die dreiköpfige Crew - der Künzelsauer Astronaut Gerst, ein russischer Kosmonaut und eine US-Astronautin - klettert nicht allein aus der Kapsel. Aufgrund der Anpassung an die neue Umgebung könnten die Raumfahrer Kreislauf- und Gleichgewichtsprobleme haben. Shamil Zhumatov/POOL Reuters/AP Bild in Detailansicht öffnen
Gerst lässt sich als letzter aus der Kapsel helfen. Als Sternschnuppe werde er wieder nach Hause kommen, schrieb der 42-Jährige kurz vor dem Abflug auf Twitter. Er habe jeden Tag auf die Erde geschaut und könne "sich einfach nicht daran sattsehen". Bild in Detailansicht öffnen
Die Strapazen des Rückflugs von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde sind dem Astronauten nicht anzusehen. Gerst streckt seine rechte Faust in die Luft, jubelt und lacht. "Ich freue mich, heimzufliegen und meine Familie zu sehen", so Gerst. Shamil Zhumatov Bild in Detailansicht öffnen
Schon kurz nach der Landung werden die Raumfahrer von Medizinern untersucht und von Journalisten interviewt. Der Deutsche sitzt neben dem Russen Sergej Prokopjew und der US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor, die mit ihm sechseinhalb Monate auf der ISS lebten und arbeiteten. Shamil Zhumatov/POOL Reuters/AP Bild in Detailansicht öffnen

Die Schwerelosigkeit ist ein großer Vorteil

Warum fliegen Menschen überhaupt noch ins Weltall? Das hat einen einfachen Grund: Für die Wissenschaft! Denn in der Schwerelosigkeit lassen sich viele Experimente durchführen, die auf der Erde nicht machbar wären, beispielsweise in der Krebs- oder Parkinson-Forschung.

Unter der Führung von Alexander Gerst wurden über 300 Experimente durchgeführt, allein 40 davon mit deutscher Beteiligung.

Experimente gehen auf der Erde weiter

Zurück auf der Erde hat Gerst viele Informationen mitgebracht. Die Experimente werden dann ausgewertet. „Die Mission geht weiter“, sagte Gerst nach der erfolgreichen Landung in Kasachstan. Was er damit meinte: Er führt die Experimente auf der Erde weiter, sucht nach Lösungen und neuen Erfindungen.

Neben der Auswertung reist Gerst um die Welt und hält Vorträge zu den verschiedensten Themen. So war er im Mai in Berlin auf der Republica zu Gast und erzählte gemeinsam mit Jan Wörner, dem Generaldirektor der ESA, warum die Arbeit im Weltall so wichtig ist.

Zu Gast bei der "Sendung mit der Maus"

Gerst will sein Wissen weitergeben. Im Juni traf er sich mit Nachwuchs-Wissenschaftlern und -Ingenieuren, sprach mit ihnen über die Horizons-Mission. Eine Aufgabe, die Gerst besonders viel Freude bereitet.

In Erfurt sprach der Künzelsauer zuletzt vor 15.000 Kindern im Steigerwaldstadion und beantwortete Fragen wie: Kann eigentlich jeder Astronaut werden? Und immer mit dabei: Die Maus.

Astronaut Alexander Gerst mit der Maus (Foto: dpa Bildfunk, SWR, WDR/Klaus Görgen)
WDR/Klaus Görgen

Das macht Gerst nämlich auch noch: Er steht für die „Sendung mit der Maus“ wieder vor der Kamera. Diesmal steht der Mond im Mittelpunkt. Am 21. Juli wird die Sendung im Ersten und bei KIKA ausgestrahlt.

Herzensangelegenheit: Gerst setzt sich für Klimaschutz ein

Experimente, Vorträge, Auswertungen: Der Kalender von Alexander Gerst ist voll. Und trotzdem nimmt er sich noch die Zeit, sich für einen Herzensangelegenheit einzusetzen, den Klimaschutz.

So macht Gerst unermüdlich auf die Klimakrise aufmerksam. Während des Hitze-Sommers 2018 in Europa teilte Gerst mehrere Aufnahmen der vertrockneten Landschaft.

Diese Fotos zeigte Gerst vom Dürre-Sommer

Auch wenn Alexander Gerst also erstmal nicht mehr im All unterwegs ist, ihm wird sicherlich nicht so schnell langweilig.

Dauer
AUTOR/IN
STAND