Symbolbild Eckfahne Fußballplatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Vorsitzender zahlt Geldauflage Verfahren bei der Neckarsulmer Sportunion eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat das Ermittlungsverfahren wegen Sozialversicherungsbetrug gegen den Vereinsvorsitzenden der Neckarsulmer Sportunion eingestellt.

Er zahle eine Geldauflage an gemeinnützige Einrichtungen, sagte Rolf Härdtner dem SWR. Zusätzlich muss eine sechsstellige Geldsumme auf einem Konto hinterlegt werden, aus dem etwaige Rückforderungen des Finanzamts und der Sozialversicherungsträger beglichen werden können. Eine Sicherheitsmaßnahme für den Staat, falls der Verein Insolvenz anmelden sollte.

Rückblick

Es war vor drei Jahren, als der Zoll morgens bei Rolf Härdtner in Neckarsulm auftauchte und sein Haus auf den Kopf stellte. Der Vorwurf: Sozialversicherungsbetrug. Der Zoll überprüfte den Verein mit seinen 14 Abteilungen. Die Jahre 2012-2017 wurden genau unter die Lupe genommen. Dabei stellten die Ermittler offenbar Unregelmäßigkeiten zum Beispiel beim Fahrtgeld und der Bazahlung der Übungsleiter fest. In Zukunft muss der Verein viel genauer protokollieren. "Wir wissen jetzt, wir haben Fehler gemacht", sagte Härdtner. Man werde das in Zukunft anders machen.

Härdtner will weiter machen

Die Anschuldigungen und die Hausdurchsuchung sei sehr belastend gewesen, für ihn und die Familie. Ihm sei es in den vergangenen zwei Jahren sehr schlecht gegangen. Nun sei er unheimlich erleichtert. Auch gesundheitlich gehe es ihm nun wieder besser. Der 76-Jährige will den Verein weiter führen. Dabei sucht er bereits seit zwei Jahren nach einem Nachfolger.

"Jetzt ist es für mich noch schwerer! Kaum jemand will sich diese Haftung ans Bein binden. Die Leute im Verein, die machen ihre Arbeit mit solch einem Herzblut, die kann ich jetzt nicht einfach im Stich lassen und wegrennen.“

Rolf Härdtner, Vereinsvorsitzender
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