Polizeipräsenz vor Gericht in Heilbronn - verhandelt wird der Brandanschlag in Lauffen auf die Moschee (Foto: SWR)

Prozess zu Brandanschlag auf Moschee in Lauffen Versuchter Mord: Angeklagte sagen nicht aus

Vor dem Heilbronner Landgericht stehen seit Dienstag drei junge Männer. Sie sollen im März einen Brandanschlag auf die Moschee in Lauffen am Neckar (Kreis Heilbronn) verübt haben.

Zu Prozessauftakt am Montag haben die Angeklagten angekündigt, sich nicht zur Sache zu äußern.

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Gericht auf Zeugenaussagen und Tatortspuren angewiesen

Zwei der drei jungen Männer haben ihren Lebenslauf geschildert, der dritte wollte sich nicht äußern. Einer der Angeklagten schilderte allerdings, wie er und seine Umgebung als Kurden vom türkischen Staat unterdrückt worden seien. Das bedeutet für das Gericht, dass es bei der Wahrheitsfindung auf Zeugenaussagen und Spuren am Tatort angewiesen ist.

Die Vorwürfe lauten auf versuchten Mord, versuchte schwere Brandstiftung und andere Delikte. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um drei Männer. Die Ermittler vermuten ein politisches Motiv für die Tat und sehen Bezüge zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Zu Prozessbeginn: Ein Angeklagter wird in den Gerichtssaal geführt. Die Männer sollen einen Brandanschlag auf die Moschee in Lauffen (Kreis Heilbronn) verübt haben (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)
Zu Prozessbeginn: Ein Angeklagter wird in den Gerichtssaal geführt. Die Männer sollen einen Brandanschlag auf die Moschee in Lauffen (Kreis Heilbronn) verübt haben Jürgen Härpfer

Brandanschlag aus Rache

Zusammen mit einem weiteren Komplizen sollen sie die Brandsätze in die Räume der türkischen Milli-Görüs-Gemeinde geworfen haben. Als Rache wegen eines türkischen Einmarschs in Syrien, heißt es in der Anklage. Im Internet wurde später ein Video der Tat veröffentlicht, auf der Seite einer Gruppe, die der kurdischen PKK nahesteht.

Die Moschee in Lauffen - drei Männer stehen vor Gericht, sie sollen einen Brandanschlag verübt haben.  (Foto: SWR)
Die Moschee in Lauffen - drei Männer stehen vor Gericht, sie sollen einen Brandanschlag verübt haben.

Imam und Frau löschen laut Staatsanwaltschaft Flammen

In dem Gebäude ist nicht nur die religiöse Einrichtung untergebracht, auch Menschen leben in dem Haus. Mindestens 53 sollen sich in der Tatnacht dort aufgehalten haben, unter anderem der Imam und seine Frau. Laut Anklageschrift haben sie die Flammen gelöscht.

Der Schaden blieb mit 5.000 Euro vergleichsweise gering.

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