Hallenbad Weikersheim (Foto: SWR)

Gemeinde steht das Wasser bis zum Hals Sanierungsfall Weikersheimer Hallenbad

Die DLRG warnt: Deutschland - das Land der Nichtschwimmer. Ein Grund dafür ist auch, dass immer mehr Bäder dichtmachen. Auch im Hallenbad Weikersheim (Main-Tauber-Kreis) muss Geld in die Hand genommen werden, es ist ein Sanierungsfall.

Werden Bäder geschlossen, sitzen die Schwimmer auf dem Trockenen

Bei vielen Schwimmbädern in der Region ist es das gleiche Problem: Die Gemeinden sind nicht mehr flüssig in Sachen Schwimmstätte, der Geldhahn ist zugedreht. Einige wurden bereits geschlossen. Am Ende sitzen die Wasserratten auf dem Trockenen. Die Folge: Immer weniger Kinder und Erwachsene lernen Schwimmen.

Auch in Weikersheim zerbrechen sich die Verantwortlichen den Kopf, wie sie das Bad erhalten können. Für die Bürger sei es unverzichtbar. Allerdings ist es alt und ein dringender Sanierungsfall.

Hallenbad Weikersheim (Foto: SWR)
Zuverlässig kommen trotz Sanierungsbedarfs des Bads regelmäßig Schwimmer, um ihre Bahnen zu ziehen

Dennoch ist es noch relativ gut besucht: Verlässlich ziehen hier schon frühmorgens Senioren ihre Bahnen, Nachmittags planschen Kinder oder lassen sich von ihren Eltern durchs Wasser tragen. Das Bad zu schließen, wäre für Martin Roller, den Vorsitzenden der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Weikersheim, unvorstellbar.

"Es wäre für unsere DLRG eine Katastrophe."

Martin Roller, DLRG in Weikersheim
Hallenbad Weikersheim - rostige Wasserhähne (Foto: SWR)
Anlagen im Weikersheimer Hallenbad sind veraltet

Es tropft aus den Rohren

Mehrmals die Woche machen hier schließlich an die 170 Kinder, Jugendliche, Erwachsene im Hallenbad ihre Schwimm- und Rettungsschwimm-Ausbildung. Regelmäßig gibt es weitere Freizeitangebote, so Roller.

Das Hallenbad wurde 1962 eröffnet, mittlerweile leckt es an etlichen Stellen und Rohren. Das Wasser tropft in den Technikraum. Am Boden und an den Rohren wächst Tropfstein. Chemikalien im Wasser verstärken die Korrosion.

Tropfstein wächst an den Rohren des Hallenbads in Weikersheim (Foto: SWR)
Tropfstein wächst an den Rohren des Hallenbads in Weikersheim

Gemeinde hofft auf Unterstützung der Politik

Um das Gebäude vor der Schließung zu bewahren, muss es saniert werden. Doch das kostet ähnlich viel wie ein neues Hallenbad: Millionen. Die Entscheidung fällt im Gemeinderat, Details sind noch nicht veröffentlicht. Bürgermeister Klaus Kornberger (Freie Wähler) hofft auf Unterstützung der Politik, da es nicht aus eigenen Mitteln zu stemmen sei.

Einem Vorschlag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Stoch bei einem Vor-Ort-Besuch kann Kornberger nur zustimmen. Dieser sieht finanzielle Spielräume und sagt, das Geld sei da. Das Land solle 30 Millionen Euro in die Hand nehmen und ein Fünftel der Sanierungskosten, die bei den Kommunen anstünden, übernehmen.

Eingang des Weikersheimer Hallenbad (Foto: SWR)
Vor dem Weikersheimer Hallenbad - es hat beinahe 60 Jahre auf dem Buckel

Die baden-württembergische Landesregierung sieht bisher allerdings keinen finanziellen Spielraum für Sanierungen. Sie will aber in diesem und im nächsten Jahr 1,1 Millionen Euro für zusätzliche Schwimmkurse im Vorschulalter zur zahlen. Dadurch sollen die Schulen entlastet werden. Dafür aber müssten auch Schwimmbäder vorhanden sein oder erhalten werden.

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