Landgericht Heilbronn Haupteingang (Foto: SWR)

Heilbronner Landgericht verhängt hohe Haftstrafen Versuchter Mord in Gaildorf – "lebensverachtende Brutalität"

Im Prozess um versuchten Mord an einem Mann in einem Waldstück nahe Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) hat das Landgericht Heilbronn am Mittwoch die Urteile gesprochen. Fünf junge Männer bekamen Haftstrafen.

Das Landgericht Heilbronn sprach die Angeklagten am Mittwoch wegen versuchten Mordes schuldig. Es verurteilte sie zu Haftstrafen zwischen sechs und 14 Jahren. Sie hatten ihren Bekannten in den Wald gelockt, angegriffen und zum Sterben zurückgelassen. Sie nahmen laut Richter zumindest billigend in Kauf, dass der 21-Jährige sterben könnte. Ihr Vorgehen sei "lebensverachtende Brutalität" gewesen.

Eine Abreibung verpassen

Die Staatsanwaltschaft hatte für die fünf Männer, die aus der Drogenszene stammen sollen, lebenslange Freiheitsstrafen beantragt. Die Verteidiger blieben weit darunter. Laut Anklage sollen sie gemeinsam beschlossen haben, ihrem ehemaligen Kumpel eine "Abreibung" zu verpassen, weil er sie bei der Polizei "verpfiffen" hatte.

Die Angeklagten im Gerichtssaal im Heibronner Landgericht (Foto: SWR)
Prozess um Mordversuch: Bei Gaildorf sollen die Angeklagten mehrfach auf ihr Opfer eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt haben

Mit Messer lebensgefährlich verletzt

In einem nahe gelegenen Waldstück bei Gaildorf stachen die zum Tatzeitpunkt 20 bis 31 Jahre alte Männer mehrfach auf das Opfer ein und verletzten es lebensgefährlich. Stark blutend ließen sie den Mann bei minus acht Grad im Wald zurück. Mit letzter Kraft hatte sich der 21-Jährige bis zu einer Straße schleppen können, wo er dann von einer Autofahrerin entdeckt wurde.

Ermittlungsgruppe erfolgreich

Die Polizei gründete damals die Ermittlungsgruppe "Kiesel" mit rund 30 Beamten, die schnell Erfolg hatte: Nach den ersten Ermittlungen hatte sich der 21 Jahre alte Mann, das spätere Opfer, auf einem Supermarktparkplatz in Schwäbisch Hall-Reifenhof mit seinen fünf Bekannten getroffen. Mit diesen fuhr er in einem Auto nach Gaildorf. In der Nähe des dortigen Freibades wurde der 21-Jährige laut Polizeibericht dann mit einem Messer lebensgefährlich am Oberkörper und schwer im Gesicht verletzt.

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