ein kleienr bach mit einer schmierigen flüssigkeit auf dem wasser (Foto: Martin Zorzi, Umweltzentrum Kreis Schwäbisch Hall e.V.)

Umweltzentrum Kreis Schwäbisch Hall mahnt Zustand von Jagst-Zuflüssen unbefriedigend

Umweltverbände schlagen Alarm: Der Zustand vieler Bäche, die zwischen Crailsheim und Langenburg der Jagst zufließen, sei unbefriedigend und schade der Gesundung der Jagst.

Die Jagst ist nicht nur im Kreis Schwäbisch Hall nach einem Löschwasserunfall vor rund drei Jahren noch sehr geschwächt, heißt es auch von Seiten des Landes. Das Umweltzentrum im Kreis Schwäbisch Hall hat als Verein in den vergangenen Monaten auf über 130 Kilometern Gewässerstrecke nach eigenen Angaben über 500 Verstöße oder Verdachtsfälle gegen geltende Bestimmungen festgestellt.

Vertreter vom Landratsamt überrascht

Peter Dietrich, der Direktor im Bau und Umweltamt des Landratsamtes Schwäbisch Hall, sagte zu den Ergebnissen der Untersuchung und der innewohnenden Problematik:

"In der Vielzahl der Fälle überrascht mich das Ergebnis selbstverständlich. Ich denke, dass man vielleicht in der Qualität der Gewässerschau was verbessern muss und das Augenmerk zukünftig vielleicht mehr auf Einleitungen legen muss."

Dauer

"Die Gewässerschauen finden bisher im Hinblick auf Hochwasserschutz statt, auf illegal abgelegtes Meterholz zum Beispiel oder Bauschutt, der am Gewässer liegt, der den Hochwasserabfluss behindern kann."

Peter Dietrich, Landratsamt Kreis Schwäbisch Hall

"Umweltmoral offensichtlich katastrophal"

Die Umweltmoral vieler Bachangrenzer sei offensichtlich katastrophal, so Geschäftsstellenleiter Martin Zorzi. Den für die Bäche verantwortlichen Kommunen, aber auch dem Landratsamt, werfen die Naturschützer vor, sich nicht ausreichend um deren Zustand zu kümmern und die vorgeschriebenen Gewässerschauen vorzunehmen.

Insgesamt waren laut Umweltzentrum elf Beanstandungen so kritisch, dass sie angezeigt werden musste. Darunter waren laut Umweltzentrum direkte Einleitung von häuslichem Abwasser, aus Viehställen und Silolagerstätten sowie Gipsbrühe aus einem Steinbruch.

Größtes Problem seien Kleingärten

Auffällig sei weiterhin das Treibgut, das es aus vielen technisch veralteten Regenüberlaufbecken in die Gewässer spülte. Als größeres Problem erwiesen sich ferner Kleingärten, die die Bäche regelmäßig durch Entsorgung von Grünabfälle, Wasserentnahmen und Stauanlagen schädigen, heißt es bei den Natur- und Umweltschützern.

Untersucht und geprüft wurden laut Umweltzentrum Kreis Schwäbisch Hall vor allem die kleinen Zuläufe der Jagst im Landkreis bis an die Grenze zum Hohenlohekreis.

Brand löste Fischsterben aus

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat im April die Ermittlungen nach dem Brand der Lobenhausener Mühle bei Kirchberg (Kreis Schwäbsich Hall) im August 2015 abgeschlossen. Damals war mit Kunstdünger verseuchtes Löschwasser in die Jagst geraten und hatte über die Kreisgrenzen ein großes Fischsterben ausgelöst. Der Schaden ging in die Millionen.

STAND