Umstrittenes Verkehrsprojekt in Neckarsulm Gemeinderat für Planung von B27-Anschluss

In Neckarsulm hat sich der Gemeinderat am Dienstag für die Planung eines neuen Anschlusses an die B27 entschieden. Im September war ein Bürgerentscheid gegen das Vorhaben gescheitert.

Das Ergebnis in der gut besuchten Sitzung lautete 16 Mal ja, elf Mal nein – eine knappe Mehrheit, aber demokratisch. Rund 300 interessierte Bürger verfolgten die Sitzung. Die Kosten für den Bau liegen voraussichtlich bei 42 Millionen Euro, die Stadt übernimmt davon 22,6 Millionen. Beschlossen ist jetzt aber erst mal die Planung für einen neuen Anschluss der Binswanger Straße in Neckarsulm an die B27, nicht der Bau.

In einer öffentlichen Sondersitzung in der Städtischen Musikschule hat der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm den Bau des B 27-Anschlusses grundsätzlich beschlossen.   (Foto: Pressestelle, Stadt Neckarsulm)
In einer öffentlichen Sondersitzung in der Städtischen Musikschule hat der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm den Bau des B 27-Anschlusses grundsätzlich beschlossen. Pressestelle Stadt Neckarsulm

"Nun versuchen wir, allen wieder die Hände zu reichen, auch der Bürgerinitiative, auch den Anschluss-Kritikern. Wir müssen im engen und guten Gesprächen bleiben."

Steffen Hertwig, Oberbürgermeister Neckarsulm

Neckarsulms OB wirbt weiter für B27-Anschluss

Bei dem Bürgerentscheid am 22. September stimmten zwar 58 Prozent der Wähler gegen die Pläne. Am Ende fehlten aber eben 79 Stimmen für einen bindenden Entscheid.

Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) zeigte sich schon damals überrascht von dem Ergebnis – dem deutlichen Votum gegen den Anschluss. Wie der Neckarsulmer Oberbürgermeister sieht das auch die Stadtverwaltung: Der neue Anschluss an die B27 soll eine wichtige Entlastung der Innenstadt bringen. Diese Position unterstützen auch großen Unternehmen wie Lidl oder Bechtle.

Gegner zweifeln am Projekt

Die Gegner halten das Projekt für zu teuer und bezweifeln die gewünschten Effekte. Im Neckarsulmer Gemeinderat wird die Bürgerinitiative von den Grünen und den Freien Wählern unterstützt. Die Bürgerinitiative will weiterkämpfen, kündigte Sprecher Volker Raith an.

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