Regenbogenflagge (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Pacific Press Agency)

Umstrittene "Heilungsmethode" Landesregierung uneins bei Verbot von Konversionstherapien

In Baden-Württemberg kann sich die grün-schwarze Landesregierung nicht auf eine Richtung beim Konversionstherapieverbot einigen. Die Methode gibt vor, Homosexualität zu "heilen".

Sieben Bundesländer setzen sich im Bundesrat dafür ein, die umstrittenen "Konversionstherapie" zu verbieten. Auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands spricht sich dafür aus. Die Initiative von Hessen und Berlin, der sich Schleswig-Holstein, Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Brandenburg angeschlossen haben, wurde am Freitag im Bundesrat debattiert. Wie sich Baden-Württemberg dazu positioniert, steht noch nicht fest.

CDU prüft Antrag noch

Grüne und CDU haben sich bisher nicht einigen können - die Landesregierung tut sich offenbar schwer mit dem Antrag, der von Hessen initiiert wurde. Während das von den Grünen geführte Sozialministerium sich eindeutig für ein Verbot ausspricht, erklärte das CDU-geführte Justizministerium dem SWR: Der Antrag werde noch geprüft.

Grüne: Ausdruck menschenverachtender Ideologie

Die Grünen fordern ein Verbot der sogenannten "Homoheilung" mit dem Argument: Es handle sich um perverse Methoden. Die queerpolitische Sprecherin der Fraktion, Brigitte Lösch, findet es skandalös, wenn Scharlatane versuchen, Schwule und Lesben "umzupolen". Auch für den Landesvorsitzenden der Grünen, Oliver Hildenbrand, ist es ein Ausdruck menschenverachtender Ideologie.

"Die selbsternannten 'Homo-Heiler' reden Lesben und Schwulen ein, sie seien krank und versuchen ihre sexuelle Orientierung zu verändern."

Oliver Hildenbrand, Landesvorsitzender Grüne

Erwartung an BW-Landesregierung

Hildenbrand erwartet von der Landesregierung, dass sie sich dem vorliegenden Verbotsantrag im Bundesrat anschließt. Parallel zum Vorstoß des Bundesrates hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Fachkommission eingerichtet, die bis Herbst Vorschläge für ein Verbot der umstrittenen Therapien erarbeiten soll.

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