Der Schlachthof in Tauberbischofsheim (Archivbild) (Foto: picture-alliance / dpa, Sina Schuldt)

Nach Tierschutzverstößen in Tauberbischofsheim Betreiber schließt Schlachthof

Der geschlossene Schlachthof von Tauberbischofsheim geht nach SWR-Informationen nicht mehr in Betrieb. Er soll bis Ende Oktober abgewickelt werden, heißt es.

Erst vergangenen Monat hatte der Main-Tauber-Kreis dem Schlachthofbetreiber OSI eine Betriebsgenehmigung unter Auflagen erteilt. Nun hat der örtliche Betreiber "Hynek" im Internet mitgeteilt, dass er die Produktion nicht fortführen will. Ein wichtiger Grund sei das "zunehmend schwieriger werdende Marktumfeld".

Nicht mehr wettbewerbsfähig

Nach Informationen der Organisation "Soko Tierschutz" zählte zu den Auflagen, unter denen der Kreis die Betriebserlaubnis erteilt hatte, dass nicht mehr als 20 Rinder pro Stunde geschlachtet werden dürfen. Damit sehe sich der Betreiber offenbar nicht mehr als wettbewerbsfähig an.

Szene aus dem Video von "Soko Tierschutz", gedreht im Schlachthof Tauberbischofsheim (Foto: Soko Tierschutz)
Szene aus dem Video von "Soko Tierschutz", gedreht im Schlachthof Tauberbischofsheim (Archivbild) Soko Tierschutz

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bestätigte dem SWR bereits am Donnerstag die Schließung des Schlachthofs. Den Beschäftigten sei bereits gekündigt worden.

Die Organisation "Soko Tierschutz" hatte im Februar Videomaterial veröffentlicht, das erhebliche Tierschutzverstöße dokumentieren soll. Danach wurde der Schlachthof geschlossen.

Schlachthof Tauberbischofsheim mit Laster davor (Foto: SWR, Anno Palumbo)
Der Schlachthof durfte zeitweise in den Testbetrieb (Archiv) Anno Palumbo

Probeschlachtung im April

Mitte April ging der eingeschränkte Betrieb zeitweise wieder los - unter strengen Auflagen und Kontrollen. Es gab eine Probeschlachtung. Bereits am ersten Tag der Wiederinbetriebnahme hatte es Verstöße gegeben, bestätigte damals Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) dem SWR. Danach wurde wieder dicht gemacht.

Im Juni gab die Staatsanwaltschaft Mosbach bekannt, dass sie gegen 25 Personen ermittelt. Inzwischen sind die Ermittlungen abgeschlossen, sagte ein Sprecher. Ergebnisse sollen Mitte Oktober bekanntgegeben werden.   

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