Südzucker Werk Offenau Archivbild (Foto: SWR)

Sparprogramm des Südzucker-Konzerns Stellenstreichung bei Zuckerfabrik in Offenau möglich

Das Südzucker-Werk in Offenenau im Kreis Heilbronn wird nicht geschlossen. Das hat die Südzucker AG dem SWR bestätigt. Die Belegschaft muss sich jedoch auf Einschnitte vorbereiten.

Der Südzucker-Konzern will das Werk in Offenau zwar weiterbetreiben, geplant ist dort aber ein Sparprogramm, Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen, so ein Konzernsprecher.

Das Unternehmen hatte nach deutlichen Verlusten angekündigt, Zuckerfabriken schließen zu wollen. Davon betroffen sind nach Unternehmensangaben jetzt zwei deutsche Werke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Kostensparprogramm läuft an

Zum Standort Offenau sagte Südzucker-Sprecher Dominik Risser, dass jetzt auch hier gespart werden müsse:

"Trotzdem werden weiterhin auch alle bestehenen Fabriken in einem Kostensparprogramm gefordert, weiterhin die Kosten beim Segment Zucker zu senken. (...) auch die Verwaltungen sind gefordert, weiter Kosten zu senken."

Südzucker-Sprecher Dominik Risser

Einzige Zuckerfabrik in Baden-Württemberg

Eine mögliche Schließung des großen Südzucker-Werks in Offenau würde große Einschnitte für die Gemeinde bedeuten, so Offenaus Bürgermeister Michael Folk:

"Natürlich sind wir in Offenau besorgt, aber wir sind der einzige Standort in Baden-Württemberg, die einzige Zuckerfabrik. Insofern habe ich Hoffnung, dass unser Werk - falls es zu Werksschließungen kommen sollte - dass die einzige Zuckerfabrik in Baden-Württemberg erhalten bleibt."

Michael Folk, Bürgermeister Offenau

Zuckerrübenbauer-Verband sieht Standort Offenau nicht bedroht

Der Verband der baden-württembergischen Zuckerrübenanbauer mit Sitz in Heilbronn sieht das Offenauer Südzucker-Werk nicht von einer Schließung bedroht. Geschäftsführer Harald Wetzler sagte dem SWR Studio, dass er sich keine Sorgen mache:

"Wir haben im Rahmen der Ausdehnung des Anbaus gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, Offenau deutlich über 100 Tage Kampagne zu fahren. Wenn wir die Zuckerpreiskurve der Vergangenheit anschauen, auch da hat es immer ein Auf und Ab gegeben. Wir können momentan hoffen, dass eben diese Talsohle, die wir momentan durchschreiten, nicht allzu lange anhält."

Mindestens 150 Millionen Euro Verlust

Das Unternehmen rechnet mit Verlusten in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr. Der Grund dafür sei der niedrige Weltmarktpreis für Zucker nach dem Ende der EU-Zuckermarktordnung. Sie hatte bis Ende 2017 für stabile Preise in Europa gesorgt. Südzucker will nun die Produktion insgesamt zurückfahren, um bis zu 700.000 Tonnen pro Jahr.

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