Polizeifahrzeuge stehen nach der Entfürhung des Sohns vom Künzelsauer Unternehmer Würth vor dem "Hofgut Sassen" (Archivbild) (Foto: picture-alliance / dpa, Arne Dedert)

Staatsanwaltschaft zweifelt Freispruch an Revision im Entführungsfall Würth

Im Fall um die Entführung des Sohns von Unternehmer und Milliardär Reinhold Würth aus Künzelsau hat die Staatsanwaltschaft Gießen jetzt Revision gegen das Urteil eingelegt.

Das hat ein Gerichtssprecher dem SWR auf Anfrage bestätigt. Damit wird nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil der Gießener Richter prüfen, die in der vergangenen Woche einen 48-Jährigen freigesprochen hatten.

Die Richter waren nicht überzeugt, dass der Mann 2015 an der Entführung des behinderten Würth-Sohns beteiligt gewesen war. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Haft wegen erpresserischen Menschenraubs gefordert und nach dem Urteil Revision angekündigt.

Prozess Würth Entführer (Foto: SWR)
Freispruch für Angeklagten im Entführungsfall Würth

Stimme stand im Mittelpunkt des Würth-Prozesses

Im Mittelpunkt des Prozesses stand vor allem ein Gutachten der Stimme. Die aber gehört nach Überzeugung des Gießener Landgerichts nicht zu dem Angeklagten.

Sprachwissenschaftler hatten im Prozess bei einem Vergleich der Entführerstimme mit der des Angeklagten erklärt, beide gehörten "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" zu ein und derselben Person. Doch während der Beweisaufnahme mussten die Sachverständigen einräumen, dass auch andere Personen in Frage kämen.

Würth-Sohn an einen Baum gekettet aufgefunden

Der erwachsene, behinderte Sohn des Künzelsauer Milliardärs Reinhold Würth war 2015 im hessischen Schlitz entführt worden. Es wurden drei Millionen Euro Lösegeld gefordert. Nach einer gescheiterten Geldübergabe wurde er einen Tag später unversehrt an einen Baum gekettet in einem Wald bei Würzburg gefunden.

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