Schultafel mit Wörtern zu Sommerferien beschrieben (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa)

Späte Ferienzeit bei Heilbronnern beliebt Viele Eltern gegen Neuregelung der Sommerferien

Eine Neuregelung der Schul-Sommerferien muss nicht sein, meint Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Der späte Termin in Baden-Württemberg habe sich bewährt. Viele Heilbronner Eltern sehen es wohl ähnlich.

In der Diskussion um die Verteilung der Sommerferien in Deutschland wird der Druck erhöht. Berlin und Hamburg hatten sich für neue Regeln bei den Sommerferien stark gemacht. Denn während sämtliche Bundesländer zwischen frühen und späten Ferienterminen wechseln, beharren Bayern und auch Baden-Württemberg auf Ferien im August und September.

Mehr Flexibilität

"Ich bin eher für Flexibilität anstatt des strikten Termins", sagt eine junge Frau aus Heilbronn. Und eine andere gibt ihr Recht: "Etwas früher wäre schon gut. In diesem Jahr war ja die große Hitzewelle genau während der Schulzeit. Anstatt ins Freibad zu gehen, musste mein Sohn über den Hausaufgaben schwitzen."

Doch nicht alle sehen es so gelassen. Wie die Kultusministerin fordern sie, dass alles beim Alten bleiben soll - wenn auch manchmal aus ganz egoistischen Gründen.

"Der Termin ist perfekt. Ich habe Anfang September Geburtstag und kann deshalb meinen Geburtstag immer in den Ferien feiern."

Schüler aus Heilbronn
Susanne Eisenmann - Kultusministeriin BW (Foto: SWR, SWR)
Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) beharrt auf späten Sommerferien SWR

Gesamtelternbeirat: Heilbronner Eltern gegen Änderung

Der späte Termin der Schul-Sommerferien in Baden-Württemberg ermögliche aber auch zusätzliche Pfingstferien, die bei vielen Eltern und Lehrern beliebt seien, sagt Susanne Eisenmann. Das berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Und das sei auch der Grund, warum eine Vorverlegung der Ferien fast unmöglich ist, meint der Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats Christoph Eberlein.

"Nach den Pfingstferien sind es ja eigentlich nur noch fünf Wochen bis zu den Sommerferien. Das wird schwierig, die weiter nach vorne zu ziehen. Natürlich spricht auch viel dafür, zum Beispiel, dass die Kinder im Juli nicht in den heißen Klassenzimmern sitzen. Aber ich sehe die Tendenz bei vielen Heilbronner Eltern, es so zu lassen, wie es ist.

Christoph Eberlein, Vorsitzender des Heilbronner Gesamtelternbeirat

Ferien bis 2024 stehen fest

Die Kultusministerkonferenz hat die Sommerferienregelung bis 2024 festgelegt. Seit Oktober verhandeln die Länder nun über die Jahre 2025 bis 2030. Nicht nur Hamburg, sondern auch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind für eine grundlegende Neuordnung. Aus Rheinland-Pfalz kam zuletzt der Kommentar: "Keine Extra-Wurst für Bayern."

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