Dauerregen in der Heilbronn-Franken beutelt Tierwelt Tote Jungstörche und hungrige Bienen

Nach gut zwei Tagen Dauerregen schaut jetzt wieder die Sonne raus. Aber, auch wenn viele sagen, die Natur braucht doch den Regen, ist es nicht für alle Pflanzen und Tiere gut.

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Zwei Tage oder mehr waren sie dem Regen und der Kälte ausgesetzt, jetzt ist es traurige Gewissheit: Insgesamt sieben Storchenküken aus Nestern in Crailsheim sind tot. Helmut Vaas vom Nabu Ellwangen, der die Weißstörche betreut, ist fassungslos.

"So viele Jungstörche gab es im Teilort Jagstheim noch nie. Alle waren munter. Das tut mir richtig weh und geht mir nahe. Ich könnnte heulen, aber das ist die Natur."

Helmut Vaas, Nabu Ellwangen

Nass bis auf die Haut

Drei tote Küken im Nest auf dem Crailsheimer Rathaus, vier in Jagstheim. Die Storchenküken starben an Unterkühlung. Denn mit ihren bereits vier Wochen waren sie schon zu groß, um "gehudert" zu werden, erklärt Vaas. Dabei setzt sich der Altstorch schützend auf die Jungen.

"Sie wurden bis auf die Haut nass, weil das Gefieder noch nicht fertig ist. Wenn es dann nicht aufhört zu regnen, geht die Körpertemperatur runter und sie sterben."

Helmut Vaas

Gute Nachrichten kommen aber aus Stimpfach (Kreis Schwäbisch Hall), wo die Jungstörche überlebt haben.

Quietschfidele Jungstörche schauen aus dem Nest

Hoffnung gibt es auch für die kleinen Weißstörche rund um Tripsdrill bei Cleebronn (Kreis Heilbronn). Dort brüten Mama und Papa Storch allerdings in großer Höhe und die Nester sind nicht wirklich einsehbar, sagt Sprecher Birger Meierjohann. Genaueres könne er erst sagen, wenn die Kleinen nächste Woche beringt werden. Dann schaue man sich alle Nester an. Für ein Nest kann er allerdings jetzt schon Entwarnung geben.

"Wenn ich aus dem Bürofenster schaue, dann sehe ich ein Storchennest und da kann ich immer wieder kleine, weiße Köpfchen erkennen. Das heißt also, wir haben noch quietschfidele Jungvögel."

Birger Meierjohann, Pressesprecher Tripsdrill
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Hungrige BUGA-Bienen


Zuviel Wasser war das auch für die Bienen. Eigentlich sollten sie jetzt Honig produzieren, doch der Mai war einfach zu nass und zu kalt. Die Bienen haben zum Beispiel auf der Bundesgartenschau Heilbronn (BUGA) mächtig Hunger.  

Das Problem: Kurz nach dem ersten Mai ist es kalt geworden mit Nachtfrösten. Die Bienen haben Energie gebraucht zum Heizen. Jetzt der Regen. So manches Volk steckt damit in einem Dilemma. Jetzt hoffen die Imker auf einen schönen Juni und Juli.

Die Bienen auf der BUGA in Heilbronn suchen Futter (Foto: SWR)
Die Bienen auf der BUGA in Heilbronn suchen Futter
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