Tatort in Rot am See (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Mutmaßlicher Täter festgenommen Rot am See: Sechs Verwandte mit halbautomatischer Waffe erschossen

Ein Sportschütze soll in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) seinen Vater, seine Mutter und vier weitere Verwandte erschossen haben. Der Tatverdächtige wurde festgenommen.

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Der 26-Jährige habe selbst um 12:48 Uhr die Polizei angerufen und angegeben, mehrere Menschen erschossen zu haben, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Tatverdächtige sei wenige Minuten später vor dem Tatort - einem Gebäude mit einer Gaststätte - festgenommen worden. Hinweise auf weitere Tatbeteiligte gebe es nicht. "Wir gehen von einem Familiendrama aus", sagte Aalens Polizeipräsident Reiner Möller.

Alle Opfer aus einer Familie

Bei den Getöteten handelt es sich um den 65 Jahre alten Vater, die 56-jährige Mutter sowie zwei Männer im Alter von 36 und 69 Jahren und zwei Frauen im Alter von 36 und 62 Jahren. Alle Opfer seien mit dem Beschuldigten verwandt gewesen. Zwei Tote wurden in dem Gebäude entdeckt, vier weitere davor.

Eine Person schwebt in Lebensgefahr

Außerdem wurden ein Mann und eine Frau durch Schüsse schwer verletzt - eine dieser Personen schwebte am Abend in Lebensgefahr. In welchem Beziehungsverhältnis diese beiden auswärtigen Personen zum Tatverdächtigen stehen, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

Zwei Jugendliche im Alter von 12 und 14 Jahren seien von dem mutmaßlichen Schützen bedroht worden - sei seien ebenfalls mit dem 26-Jährigen verwandt. Polizeipräsident Möller sagte, ein Kriseninterventionsteam betreue die beiden Jugendlichen und möglicherweise weitere unter dem Geschehen leidende Polizeibeamte oder Nachbarn.

Motiv für Schüsse unklar

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar. Einen Grund für seine Tat habe der 26-Jährige nicht genannt, als er sich bei der Polizei gemeldet habe. Der Mann befinde sich derzeit in Polizeigewahrsam und mache keine Angaben, hieß es. Am Samstag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden. Bislang sei der 26-Jährige nicht strafrechtlich aufgefallen.

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Sportschütze mit Waffenbesitzkarte

Der Tatverdächtige habe eine Waffenbesitzkarte gehabt und selbst in dem Haus gelebt, in dem er die Tat verübt habe. Auch einige der Opfer hätten in dem Gebäude gelebt. Er habe eine halbautomatische Pistole genutzt. Die Waffe wurde im Gebäude gefunden. In welchem Verein der Sportschütze aktiv war, sei noch nicht ermittelt.

Mitarbeiter der Spurensicherung vor Haus in Rot am See, in dem mutmaßlich die Schüsse gefallen sind (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Spurensicherer am Tatort in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

Innenminister Strobl spricht Angehörigen sein Mitgefühl aus

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat den Angehörigen der sechs Todesopfer sein Mitgefühl ausgesprochen. Für die Einsatzkräfte sei es ebenfalls ein furchtbares, belastendes Ereignis gewesen, sagte Strobl am Rande einer CDU-Klausur am Freitag in Schöntal (Hohenlohekreis). Daher seien die Gedanken auch bei den Polizisten, die vor Ort gewesen seien.

Zum Thema Waffenrecht sagte Strobl, es sei erst vor kurzem im Bund geändert worden. Er ergänzte jedoch: "Man muss sich jetzt ganz genau, sorgfältig und sorgsam anschauen, ob und wie man hier möglicherweise noch nacharbeiten muss."

Insgesamt waren an dem Einsatz in der 5.400-Einwohner-Gemeinde 100 Beamte der Polizei Aalen und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg beteiligt. Außerdem waren mehr als 30 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuz vor Ort.

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