Menschen stehen hinter einigen bunten Bienenstücken (Foto: SWR, Mathias Grimm)

Schüler betätigen sich als Imker Bienen bevölkern Öhringer Schule

Bienen sind wichtig für Umwelt und Wachstum, es gibt aber immer weniger Völker. An der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen sind neue dazu gekommen. Es wurde eine Bienen AG gegründet.

Vier bunte Bienenstöcke stehen vor der Beruflichen Schule in Öhringen (Hohenlohekreis). Es summt und brummt, die Sonne lacht und die Gruppe darum herum ist gut drauf. Den Anfang nahm das Projekt Bienen AG im Geschichtsunterricht, erinnert sich Lehrerin Kerstin Mai. Die Frage der Schüler: Gibt es einen neuen Weltkrieg? Ihre Antwort: "Ich habe mehr Angst, dass wir Menschen die Natur zerstören."

Dauer

"Die Geschichte der Bienen"

Mai hatte damals das Buch "Die Geschichte der Bienen" gelesen. Darin wurde eine Zukunft beschrieben, in der Blumen in China von hand bestäubt werden - Realität, wie Mai erschreckt feststellen musste. Und diese Info war für die Schüler wohl ebenso erschreckend, sie wollten etwas tun, für die Bienen.

"Es ist nicht umsonst. Wir machen etwas für die Bienen, sie tun was für die Natur und geben uns was zurück, den Honig."

Maja Müller, Schülerin

Vortrag vom Experten

Nach einem Vortrag vom Experten Andreas Grathwohl, Lehrer und Vorsitzender des Imkervereins Öhringen, machten die Schüler mehr und mehr Druck: Die Bienen Arbeitsgruppe (AG) wurde gegründet. Etwa 20 bis 25 Schüler aller Beruflichen Schulen in Öhringen sind dabei. Die Treffen sind nicht regelmäßig, schließlich richten sich auch die Bienen nach dem Wetter.

Eine Bienewabe voller Honig (Foto: SWR, Mathias Grimm)
Honig ist schon da und es wird mehr. Mathias Grimm

Der erste Honig des Jahres war noch kein Erfolg, da das Wetter für die Bienen zu nass war, sie konnten nicht genug sammeln. Jetzt hoffen die AGler auf die zweite Charge des Jahres. Die soll auch Vermarktet werden.

"Wenn wir keine Visionen haben, läuft die Sache auch nicht und wir haben irgendwann eine tote Welt."

Frank Achterberg, ehemaliger Lehrer und Betreuer des Projekts

Schüler wollen Aufmerksamkeit erregen

Davon erhoffen sich die Schüler keine großen Gewinne, es soll mehr Aufmerksamkeit erregen. Denn so mancher Mitschüler meint, die Arbeit mit den Bienen sei sinnlos. Nein, sagen die Imker-Schüler: Bienen sind wichtig, damit alles wächst und gedeiht. Und sie geben Honig zurück.

Der soll im kleinen Stil verkauft werden. Die Pflege der Bienenvölker, die privat gespendet wurden, hat also die Folge, dass die Schüler auch wirtschaftlich denken: Vermarktung, Werbung, Verkauf.

Förderung für Bienen-Projekte

Die letztendliche Hoffnung der Bienen AG an der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen ist aber, dass ihr Projekt Schule macht - an anderen Schulen. Solche Projekte werden nämlich sehr gerne gefördert, von Vereinen und dem Landesverband der Imker.

Die Bienen AG in Bildern

Ein behandschuhter Imker entnimmt eine Wabe (Foto: SWR, Mathias Grimm)
Beim Herausnehmen der Wabe muss der Imker vorsichtig sein. Mathias Grimm Bild in Detailansicht öffnen
Für die Bienen wurde extra ein leckerer Blumenstreifen angelegt. Mathias Grimm Bild in Detailansicht öffnen
Fleissig schwärmen die Bienen für den neuen Honig aus, nachdem es im Frühjahr zu nass war. Mathias Grimm Bild in Detailansicht öffnen
Ein Teil der AG (v.l.): Andreas Grathwohl, Petra Härterich , Kerstin Mai, Hannes Härterich, Maja Müller, Alicia Gotzinska, Melissa Müller, Frank Achterberg und Frank Dietz. Mathias Grimm Bild in Detailansicht öffnen
Hunderte Bienen können auf einer Wabe sitzen, wenn der Imker sie herausnimmt. Mathias Grimm Bild in Detailansicht öffnen
Honig ist schon da und es wird mehr. Mathias Grimm Bild in Detailansicht öffnen
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