Schilder von Mountainbikern zur Brunftzeit im Wald Wildes "Sexplakat" erregt Gemüter der Gemeinde Oberstenfeld

Mit Schildern von Rehen beim Liebesspiel werben Mountainbiker in Beilstein (Kreis Heilbronn) für Ruhe im Wald. Nun hat der Bürgermeister von Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) die Schilder von kopulierenden Rehen kritisiert.

Oberstenfelds Bürgermeister Markus Kleemann verwies darauf, dass die Schilder von den "Trailsurfers Baden-Württemberg" - ein Zusammenschluss von Mountainbikern - ohne Absprache mit der Gemeinde aufgestellt worden seien. Die Idee sei durchaus originell, mit Humor auf den Tierschutz hinzuweisen, sagte er dem SWR, dennoch habe man bereits Kontakt wegen der Sache aufgenommen.

"Die andere Seite der Medaille ist, dass sie das unabgestimmt gemacht haben und das ist ja Wald der Gemeinde Oberstenfeld, da kann man natürlich nicht ungefragt solche Schilder aufstellen."

Markus Kleemann, Bürgermeister Oberstenfeld
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Erste Schilder wurden schon geklaut

Die Schilder sind vor allem in den sozialen Netzwerken der Renner und mittlerweile so beliebt, dass einige Waldbesucher zu Langfingern werden und bereits welche geklaut haben. Deshalb haben die Trailsurfers am Dienstagnachmittag neue Schilder im Wald aufgestellt – zum Schutz der liebestollen Rehe.

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Ruhe während der Brunftzeit

Mit rund 20 Schildern im Beilsteiner Wald wollen die Mountainbiker andere Fahrradfahrer davon abhalten, quer durch den Forst zu fahren. Grund ist, dass die Rehe zurzeit in der Brunft sind. Abgebildet auf den Schildern sind Rehe bei der Fortpflanzung, darunter die Aufschrift "#dontfuckthefuckers".

Damit ein geregelter Verkehr im Wald stattfinden kann haben wir folgende Schilder aufgehängt. Gerade weil wir für Spaß im Wald stehen, bitten wir diese Angelegenheit ernst zu nehmen 🤙🤙🤙 #dontfuckthefuckers

Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger mahnen

Das Wild brauche Ruhe, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan Pyttlik dem SWR. Und: Der Bedarf für solche Schilder sei da. Sein Verein wollte jedoch nicht mit Absperrbändern und dem erhobenen Zeigefinger mahnen und habe sich deshalb für Humor entschieden. Ein Verbot bringe oft nichts. Das Anliegen hinter dem lustigen Schild, sei ein durchaus Ernstes.

"Die Tiere im Wald brauchen Schutz. Es gibt gewisse Ruhezonen. Und da ist es egal, ob es ein Wanderer oder ein Mountainbiker ist, der auf den illegalen Wegen läuft oder reinfährt."

Stefan Pyttlik, Vereinsvorsitzender Trailsurfer

Mittlerweile wurde das Schild über 100 Mal auf Facebook geteilt. Das werten die Mountainbiker als Erfolg. Inwieweit die Rehe mehr Privatsphäre dadurch genießen können, bleibt abzuwarten.

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