Mitarbeiter arbeiten an einem Fließband im Audi-Werk (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Sparprogramm soll Milliarden Euro bringen Spekulationen über Produktionsabbau bei Audi Neckarsulm

Der Fahrzeughersteller Audi will in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm jeweils 100.000 Autos pro Jahr weniger produzieren. Das wird aus Unternehmenskreisen bestätigt.

Durch das Sparprogramm will Audi mehrere Milliarden Euro sparen. Ein Audi-Sprecher bestätigte dem SWR Studio Heilbronn lediglich, dass es Gespräche mit dem Betriebsrat über die Zukunft der deutschen Standorte Neckarsulm und Ingolstadt gebe. Er wollte sich aber nicht zu Spekulationen über Zahlen zum Produktionsabbau äußern.

Kapazität von 200.000 Stück für Neckarsulm

Einem Bericht des "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe) zufolge sieht der Sanierungsplan vor, dass Überkapazitäten in Deutschland abgebaut werden sollen. Für das Werk in Neckarsulm hieße das, die Produktion von 100.000 Autos wird gestrichen. Blieben am Ende die Kapazität von 200.000 Stück für Neckarsulm. Laut Deutscher Presseagentur (dpa) wurde der Bericht des "Handelsblatt" am Dienstag aus Unternehmenskreisen bestätigt.

Sozial verträglicher Stellenabbau

Bereits in den vergangenen Monaten wurde über einen möglichen Stellenabbau bei Audi berichtet. So war bereits im März von bis zu 15 Prozent der rund 90.000 Angestellten die Rede. Die Verhandlungen darüber, so hieß es damals, sollen fünf Jahre dauern. Im Gespräch sei, dass offene Stellen nicht nachbesetzt und Regelungen zur Arbeitsteilzeit angewendet werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen.

Dem Audi-Werk in Neckarsulm drohen Produktionskürzungen  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Dem Audi-Werk in Neckarsulm drohen Produktionskürzungen (Archivbild) Picture Alliance

Zu wenig Auslastung

In Neckarsulm (Kreis Heilbronn) sind laut SWR-Informationen in diesem Jahr 180.000 Autos bislang vom Band gelaufen. Die Kapazität liege aber bei 300.000 Autos im Jahr. Profitabel ließe sich mit solch einer Auslastung nicht arbeiten, so das "Handelsblatt".

In der vergangenen Woche hatte Audi in Neckarsulm bei vier Modellreihen die Produktion gestoppt. Grund war ganz offensichtlich die schleppende Nachfrage bei Neckarsulmer Modellen.

Offiziell hieß es von Audi Ende Oktober: "Das Unternehmen steuert die Produktion am Standort flexibel unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Marktbedingungen." Betroffen waren vergangene Woche unter anderem auch die Modellreihen A6 und A8.

Vorgezogene Weihnachtsferien

Auch im November wird an manchen Tagen nicht gearbeitet. Der Beginn der Weihnachtsferien wird vorgezogen auf Mitte Dezember. Wie es heißt, hätten Unternehmen und Betriebsrat vereinbart, dass produktionsfreie Tage in einem ausgewogenen Verhältnis über die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter geregelt würden.

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