Mitarbeiter arbeiten an einem Fließband im Audi-Werk (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Ringen um Zukunft des Auto-Standorts Reaktion auf Produktionsabbau bei Audi in Neckarsulm

Seit Dienstag ist bekannt, dass der Fahrzeughersteller Audi in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm künftig mehrere tausend Autos weniger produzieren will. Die Forderungen des Betriebsrats liegen auf dem Tisch.

Wie geht's weiter im Audi-Werk Neckarsulm? Seitdem aus Unternehmenskreisen bestätigt wurde, dass in Ingolstadt und Neckarsulm (Kreis Heilbronn) die Produktionskapazität im Rahmen eines Sparprogramms um jeweils 100.000 Autos zurückgefahren werden soll, wird über die Zukunft des Standorts spekuliert. So wie es ist, kann's nicht bleiben, sagen Vorstand und Betriebsrat. Doch bei der Umsetzung gehen die Vorstellungen weit auseinander.

Keine offiziellen Verhandlungen

Betriebsrat und Vorstand von Audi haben noch keine offiziellen Verhandlungen über die Zukunft der deutschen Standorte Neckarsulm und Ingolstadt aufgenommen. Bisher liegen gegenseitige Forderungen auf dem Tisch - die in Sondierungsgesprächen erörtert werden, heißt es auf SWR-Anfrage beim Gesamtbetriebsrat. Nach wie vor verlangen die Arbeitnehmervertreter erst Zahlen zur künftigen Werksauslastung, die zur Zeit weit unter Kapazität liegt, und zu den für Ingolstadt und Neckarsulm geplanten Modellen.

Der Betriebsrat besteht auch weiterhin auf Elektroautos für beide Standorte, während der Vorstand schon über reine Elektroproduktion in Ingolstadt und Neckarsulm als reinen Standort für Autos mit herkömmlichen Benzin- und Dieselantrieb nachgedacht hat. Der Betriebsrat fordert außerdem eine Verlängerung der Beschäftigungsgarantie um fünf Jahre auf 2030. Bis Ende des Jahres, so war zu hören, soll es eine Einigung geben.

OB Hertwig: Perspektiven für Standort wichtig

Der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) zeigt sich besorgt um die Produktionszahlen im Neckarsulmer Werk, trotzdem hat er keinen Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Standorts.

"Natürlich bin ich irgendwo besorgt, dass die Zahlen, die dort am Standort produziert werden könnten, nicht erreicht werden. Aber das ist ja keine komplett neue Entwicklung. Das war ja in den letzten zwei, drei Jahren schon der Fall. Für mich ist entscheidend, wie die Perspektiven sind für diesen Standort und dass für den Vorstand Neckarsulm und Heilbronn nach wie vor von großer Bedeutung sind und auch bleiben."

Steffen Hertwig, Oberbürgermeister von Neckarsulm

In Neckarsulm (Kreis Heilbronn) sollen in diesem Jahr nur rund 180.000 Autos vom Band laufen. Die Kapazität liege aber bei 300.000 Autos im Jahr. In der vergangenen Woche hatte Audi in Neckarsulm bei vier Modellreihen die Produktion gestoppt. Grund war ganz offensichtlich die schleppende Nachfrage bei Neckarsulmer Modellen.

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