Kritik der freien Kammern IHK Heilbronn-Franken erhöht Beiträge

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken hat am Mittwoch beschlossen, den Beitrag für Mitgliedsunternehmen zu erhöhen. Kritik kommt jetzt vom Bundesverband für freie Kammern.

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Die Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken sieht keine Alternative zur Erhöhung der Kammerbeiträge. Die Vollversammlung hat beschlossen, den Umlagesatz von 0,16 auf 0,19 anzuheben. Das sei notwendig, sagte IHK-Pressesprecher Detlef Schulz-Kuhnt dem SWR Studio Heilbronn.

"Weil wir bereits im laufenden Jahr und auch für die nächsten Jahre sinkende Beitragsrückgänge einiger wichtiger Mitgliedsunternehmen zu verkraften haben. Diese Beitragsrückgänge können wir nicht durch Sparmaßnahmen alleine auffangen, so dass es notwendig wird, hier den Beitragssatz entsprechend zu erhöhen."

IHK-Pressesprecher Detlef Schulz-Kuhnt

Im laufenden Jahr erwartet die IHK einen Verlust von 3,1 Millionen Euro. Auch im kommenden Jahr werde ein Fehlbetrag erwartet, so die Kammer. Begründet wird das unter anderem auch mit Rückzahlungen von Beiträgen. Die Beiträge für die Mitgliedsunternehmen bemessen sich an Umsatz und Gewinn.

Bundesverband kritisiert Beitragserhöhung

Der Bundesverband für freie Kammern kritisiert die von der IHK Heilbronn-Franken beschlossene Beitragserhöhung für Kammermitglieder scharf.

"Aus meiner Sicht hat die IHK Heilbronn damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Es fehlt völlig an dem Verantwortungsgefühl für den Umgang mit Mitgliedsbeiträgen. Wir leben in Zeiten von Wirtschaftsboom mit steigenden Einnahmen auch für die IHK und die können trotzdem mit dem Geld nicht umgehen."

Bundesgeschäftsführer des kammerkritischen Verbands Kai Boeddinghaus

Die IHK Heilbronn-Franken sieht keine Alternative zur Beitragserhöhung. Die Kammer habe seit 2011 die Beiträge kontinuierlich gesenkt und gleichzeitig Rücklagen abgebaut.

"Die IHK hat gerade Prozesse diesbezüglich verloren. Die sitzen auf Bergen von Rücklagen, die sie abbauen müssten. Insofern ist dieser Erhöhungsbeschluss ein deutliches Signal in Richtung Gerichte und Mitglieder, die sagen, wir interessieren uns nicht für Euch."

Kai Boeddinghaus
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