Eingang am Landgericht Heilbronn (Foto: SWR)

Prozess um "Neckarleiche" in Heilbronn Sohn gesteht Tötung der eigenen Mutter

Im Prozess am Heilbronner Landgericht gegen einen 21 Jahre alten Mann, der seine Mutter im Oktober in Heilbronn umgebracht haben soll, hat der Angeklagte die Tat gestanden.

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Demnach hat der Mann seine Mutter nach einem Streit mit einem Verlängerungskabel erdrosselt, so das Geständnis am Donnerstag vor Gericht. Er konnte sich allerdings nicht mehr daran erinnern, sie auch gewürgt zu haben. Über seinen Verteidiger ließ er erklären, dass er die Tat bedauere, dass ihm aber - so wörtlich - "die Sicherungen durchgebrannt" seien.

Offenbar häusliche Gewalt

In der Verhandlung wurde weiter bekannt, dass die Mutter offenbar alkoholkrank und depressiv gewesen sein soll. Häusliche Gewalt sei an der Tagesordnung gewesen.

So soll die Mutter den Angeklagten in seiner Kindheit mehrmals in einem Gewölbekeller eingesperrt haben - ohne Essen und Trinken, hieß es vor Gericht. Außerdem soll sie ihn verbal erniedrigt und beleidigt haben.

Streit eskaliert

Das soll auch am Tattag passiert sein, als er sie nach ihren Medikamenten gefragt haben soll, die sie gegen die Depressionen einnehmen sollte. Die Mutter sei aggressiv geworden und habe mit einem Verlängerungskabel um sich geschlagen. Der Sohn soll das Kabel zu fassen bekommen und seine Mutter damit umgebracht haben.

Die Ermittlungen am Tatort (Archiv) (Foto: SWR)
Die Ermittlungen am Tatort (Archiv)

Im Prozess kam zudem zur Sprache, dass der 21-Jährige Angeklagte als Untersuchungshäftling in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn zusammen mit weiteren Mittätern einen Insassen gefährlich verletzt haben soll. Außerdem läuft ein weiteres Verfahren vor dem Amtsgericht Heilbronn gegen ihn - wohl wegen Drogenmissbrauchs.

Der angeklagte Mann wird beschuldidgt, im Oktober vergangenen Jahres in Heilbronn seine Mutter getötet zu haben. Seit Donnerstag steht er wegen Totschlags vor dem Landgericht Heilbronn. Der Mann hatte die Tat schon kurz nach seiner Festnahme gestanden.

Leiche sollte im Neckar versenkt werden

Die Leiche soll er noch am Tatabend zusammen mit einer Bekannten, gegen die gesondert verhandelt wird, nach Neckargerach (Neckar-Odenwald-Kreis) gebracht haben, um sie im Neckar zu versenken. Die Tote blieb jedoch am Flussufer liegen, wo sie einen Tag später von einem Spaziergänger gefunden wurde.

Urteil Ende Juli erwartet

Zum Prozess sind 36 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet.

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