Der Eingang des Amstgerichts in Heibronn (Foto: SWR)

Prozess vor Heilbronner Amtsgericht Haftstrafe für falsche Polizistin

Eine 24 Jahre alte Frau, die sich als Polizistin ausgegeben und so eine Rentnerin um 146.000 Euro gebracht hatte, ist am Dienstag vom Heilbronner Amtsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Die Frau muss wegen bandenmäßigen Betrugs drei Jahre und sechs Monate in Haft. Außerdem muss sie das ergaunerte Geld - insgesamt 146.000 Euro - an die 87-jährige Rentnerin aus Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) zurückzahlen; auch, wenn die Verurteilte selbst von dem ergaunerten Geld nur 6.000 Euro behalten habe, wie sie sagt.

Am Vormittag hatte die Angeklagte bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt und angegeben, dass sie über das Internet für die Tat angeworben worden sei.

Dreiste Vorgehensweise

Die 87-jährige Geschädigte war im März telefonisch von angeblichen Polizeibeamten eingeschüchtert worden, die ihr erklärten, ihr Haus sei das Ziel von Einbrechern, die derzeit in der näheren Umgebung ihr Unwesen treiben würden. Zur Sicherheit solle sie ihr Barvermögen und ihre Wertgegenstände einer Polizistin, also der Angeklagten, übergeben.

Insgesamt ergaunerte die Bande auf diese Weise von der alten Dame 100.000 Euro in bar sowie Krügerrand-Goldmünzen und Goldbarren. Noch in der Nacht übergab die Geschädigte der angeblichen Polizeibeamtin ihr gesamtes Vermögen, das sie in einem Tresor aufbewahrte.

Erst im Juli verurteilte das Heilbronner Amtsgericht eine falsche Polizistin zu einer Haftstrafe.

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