Brandanschlag in der Moschee in Lauffen am Neckar (Foto: SWR)

Prozess vor Heilbronner Landgericht Männer für Moschee-Brandanschlag in Lauffen verurteilt

Im Prozess um einen Brandanschlag auf eine türkische Einrichtung in Lauffen (Kreis Heilbronn) hat das Landgericht Heilbronn am Freitagmittag seine Urteile verkündet. Drei Männer bekamen Haftstrafen.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Drei Jahre Haft heißt es von Seiten des Gerichts für den Hauptangeklagten wegen versuchter besonders schwerer Brandstiftung. Sieben Jahre hatte die Staatsanwaltschaft für ihn gefordert. Die beiden anderen Männer wurden zu Jugendstrafen verurteilt: zwei Jahre und acht Monate beziehungsweise zwei Jahre und sechs Monate. Der Tatvorwurf "versuchter Mord" wurde fallengelassen, er sei nicht belegbar hieß es in der Urteilsverkündung.

Die Verteidiger hatten im Vorfeld für alle drei auf Freispruch plädiert. Sie halten die Schuld ihrer Mandanten für nicht erwiesen.

Brandsätze auf islamische Einrichtung geworfen

Die Anklage warf den drei jungen Kurden vor, im März vergangenen Jahres Brandsätze auf die Einrichtung einer islamischen Gemeinde geworfen zu haben - aus Rache wegen eines türkischen Einmarsches in Syrien. Die Ermittler vermuteten ein politisches Motiv für die Tat und sehen Bezüge zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Imam entdeckt Feuer und verhindert Schlimmeres

In dem Gebäude ist nicht nur die religiöse Einrichtung untergebracht, auch Menschen leben in dem Haus. Mindestens 53 sollen sich in der Tatnacht dort aufgehalten haben, unter anderem der Imam und seine Frau. Weil der Imam das Feuer rechtzeitig bemerkt und gelöscht hatte, sei ein größerer Schaden verhindert worden, hieß es in der Anklageschrift. Der Schaden blieb mit 5.000 Euro vergleichsweise gering.

Kurze Zeit später war im Internet ein Video aufgetaucht, das die Tat dokumentieren sollte.

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