Offene Zukunftsfragen um Werk Neckarsulm Verhandlungen bei Audi kommen voran

Für den Autobauer Audi steht in dieser Woche eine Reihe von Entscheidungen an. Nach wie vor geht es im Werk Neckarsulm um die Auslastung und darum, welche Modelle in Zukunft hier vom Band rollen.

Audi-Logo (Foto: dpa Bildfunk, Frank Leonhardt)
Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Vorstand laufen bei Audi anscheinend besser als angenommen Frank Leonhardt

Noch immer ist vieles unklar, wenn es darum geht, welche Marschrichtung das Audi-Werk in Neckarsulm einmal einschlagen wird: Derzeit laufen die Verhandlungen über die Zukunft der Audi-Standorte Neckarsulm und Ingolstadt aber offenbar besser als erwartet. Nach Informationen aus Audi-Arbeitnehmerkreisen sind die Gespräche zwischen Betriebsrat und Vorstand einen großen Schritt weitergekommen. 

Kompromiss könnte in Sicht sein

Bemerkenswert daran ist, dass der Betriebsrat zuvor erst auf Klarheit bestand, wie die künftige Werksauslastung und die Einführung von Elektromodellen in Neckarsulm und Ingolstadt aussehen soll. Ganz offensichtlich ist nun ein Kompromiss in Sicht.

Es könnte ein Geben und Nehmen werden, heißt es. So bestünden die Arbeitnehmervertreter nach wie vor auf die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie bis 2030, ebenso wie auf die jährliche Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung. Im Gegenzug steht möglicherweise die Zustimmung der Mitarbeiter zu Plänen im Raum, Ingolstadt als Elektrostandort auszustatten und Neckarsulm erst in den kommenden Jahren folgen zu lassen.

Bekommt Audi neuen Vorstandschef?

Dass die Verhandlungen gerade besser laufen, als es zunächst den Anschein hatte, könnte auch damit zusammenhängen, dass der Audi-Aufsichtsrat am Freitag mit Markus Duesmann einen neuen Vorstandschef berufen könnte. Er kommt von BMW und  soll im kommenden Jahr den amtierenden Audi-Vorstandsvorsitzenden Bram Schot ablösen.

Audi fährt Sparkurs

Möglicherweise wollen die Arbeitnehmervertreter vermeiden, dass sich die Verhandlungen über die Audi-Zukunft dann mit einem neuen Chef weiter hinziehen könnten.

Insgesamt fährt Audi derzeit einen Sparkurs bei den Ausgaben. Dabei geht es vor allem um die Umstellung auf die E-Autoproduktion. Der Betriebsrat in Neckarsulm setzte sich in der Vergangenheit dafür ein, dass auch in Neckarsulm E-Modelle produziert werden.

Audi streicht Nachtschicht im Werk Neckarsulm

Im Neckarsulmer Werk wird gerade die Produktion weiter heruntergefahren. Wie ein Sprecher dem SWR bestätigte, wird die restliche Nachtschicht in der Montage der Modelle A6 und A7 ersatzlos gestrichen. Das Marktumfeld mache diese flexible Produktionssteuerung notwendig, so die Begründung. Der Abbau der Nachtschicht soll demnach von Dezember bis Ende März stufenweise erfolgen. Die Mitarbeiter würden zum Teil in anderen Bereichen eingesetzt.

Der Neckarsulmer Betriebsratsvorsitzende Rolf Klotz erneuerte daraufhin seine Forderung an den Vorstand nach einen Akut-Plan. Dadurch sollen die neuen Neckarsulmer Modelle besser am Markt platziert werden. Jedem sollte klar sein, dass es so nicht weitergehen kann, so Klotz.

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