Ölmüller in Erlenbach Hanf, soweit das Auge reicht

Wer derzeit in Erlenbach am Feldrand unterwegs ist, hat schon einen berauschenden Ausblick - allerdings nur fürs Auge: Eine dort legal angepflanzte Hanfplantage dient einem Landwirt für seine Produktpalette.

Zwischen Heilbronn und der Weinbaugemeinde Erlenbach (Kreis Heilbronn) passiert der aufmerksame Beobachter ein wahres Meer von Blättern, die einst für Hippies die Welt bedeuteten. Damals ging bei den Blumenkindern ohne das aromatische Kraut wenig, das da gerade mannshoch direkt an der Strasse wächst - hier allerdings ganz legal.

Dauer

Gehegt und gepflegt wird das Hanf vom Erlenbacher Ölmüller Stefan Kerner. Vor vier Jahren noch, beim ersten Anbau, hat er seine Hanfpflänzchen liebevoll versteckt, aus Sorge, jemand könnte sich daran bedienen. Mittlerweile ist das Feld aber kaum mehr zu übersehen.

Nur Nutzhanf

Wer sich aber nun auf den Weg nach Erlenbach machen möchte, muss wissen: Rauschzustände löst die Ware vom Feld hier nicht aus - geraucht wird von Kerners Kraut nichts. Hier gedeiht Nutzhanf. Der enthält viel zu wenig "Tetrahydrocannabinol" (THC), das in Marihuana oder Haschisch für die illegale Beschwingtheit sorgt. Für ihn und sein Öl ist die Saat von Bedeutung, so Stefan Kerner.

Ich habe mich daran orientiert, welche Sorten zugelassen sind und etwa schon zehn Jahre bestehen. Daran hangele ich mich entlang und das hat bisher gut funktioniert.

Stefan Kerner, Ölmüller Erlenbach

Unter ständiger Beobachtung

Zudem steht Kerner immer unter den wachsamen Augen des Gesetzes. Das Hanffeld wird amtlich kontrolliert vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Zudem muss der Beginn der Blüte gemeldet werden. Dann ist der THC-Gehalt am höchsten. Dieser wird akribisch gemessen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden auch Fans des beschwingten Rausches einsehen müssen: Auf dem Feld von Stefan Kerner in Erlenbach ist für diesen Zweck nichts zu holen.

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