Der Kessel, der nach dem Unglück im Februar von der Polizei als Beweisstück eingezogen wurde (Foto: SWR)

Aussage von Veranstaltern am Amtsgericht Heilbronn Hexenkessel-Prozess: Wohl keine Kenntnis über heißes Wasser

Im sogenannten Hexenkessel-Prozess vor dem Heilbronner Amtsgericht haben die Veranstalter ausgesagt. Sie wollen nicht gewusst haben, dass beim Fastnachtsumzug in Eppingen, bei dem eine Frau schwer verbrüht wurde, ein Kessel mit heißem Wasser mitgeführt wurde.

Seit zehn Jahren nehme die Hexengruppe aus Kraichtal (Kreis Karlsruhe) an dem Umzug in Eppingen (Kreis Heilbronn) teil. Aber dass in dem Kessel kochendes Wasser war, habe er nicht gewusst. Das sagte ein Vertreter der Hexenzunft Eppingen, die den Umzug mitveranstaltet, am Mittwoch vor Gericht.

Der Leiter des Eppinger Ordnungsamts, das den Umzug genehmigt hat, gab an, er habe die Aufstellung der Teilnehmer vorher abgelaufen. Die Gruppe mit dem Kessel habe er aber nicht gesehen.

Prozess Hexenkessel-Unglück Amtsgericht Heilbronn (Foto: SWR, Jens Nising)
Prozess Hexenkessel-Unglück Amtsgericht Heilbronn Jens Nising

Frage um Schmerzensgeld und Behandlungskosten

Der Verteidiger des Angeklagten sagte dem SWR, es gehe vor allem darum, wer die Behandlungskosten und das Schmerzensgeld für die verletzte Frau zahlen muss. Nach seiner Ansicht hätte die Stadt Eppingen den Kessel nicht genehmigen dürfen.  

Zudem haben am zweiten Prozesstag am Mittwoch Ermittler ausgesagt. Wie die Zeugen zuvor konnten auch sie dem Angeklagten die Tat nicht eindeutig zuordnen. Ein Urteil ist am Mittwoch nicht gefallen. Die Verhandlung wird am 21. Dezember fortgesetzt. Ob dann das Urteil fällt, ist unklar.   

Video vom ersten Prozesstag:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Anwalt bestreitet die Tat

Bereits am ersten Verhandlungstag am Montag ließen sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft nicht belegen. Der Verteidiger bestreitet, dass sein Mandant auch nur in der Nähe war.

Angeklagt ist ein Mann aus Kraichtal, dem die Ermittlungsbehörde fahrlässige Körperverletzung vorwirft. Er soll im Februar beim Nachtumzug in Eppingen eine junge Frau in einem Kessel mit kochendem Wasser schwer verbrüht haben.

Die 18-Jährige erlitt schwere Verbrühungen und wurde stundenlang in einer Spezialklinik operiert. Sie musste mehrere Wochen ins Krankenhaus und bekam Haut transplantiert. Die Beine seien vernarbt. Beschwerden habe sie nach eigenen Angaben bis heute.

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