Neuartige Abschalt-Anlage bei Windrädern aus Niedernhall Ziel: Stillstand vermeiden, Vögel schützen

In Niedernhall (Hohenlohekreis) haben die Betreiber eines Bürgerwindparks eine Firma gegründet, um eine Lösung zu finden, damit Vögel und Windräder sich nicht ins Gehege kommen.

Dauer

Der Ausbau der erneuerbaren Energien kommt langsamer voran, als gewünscht. Das liegt laut der Windkraftbetreiber auch daran, dass immer höhere Auflagen für Windkraftwerke erfüllt werden müssen. Unter anderem ist das der Vogelschutz. Die neue Vogel- Abschaltanlage aus Niedernhall soll eine Lösung bringen.

Windpark Rote Steige bei Schwäbisch Hall: Eine Anlage muss zwei Monate Pause machen, eine weitere fünf Monate stillstehen, weil dort schützenswerte Vögel in die Nähe der Windräder kommen könnten.

Selbstlernende Abschalt-Anlage

Auch im Windpark Weisbach (Hohenlohekreis) ruhen tagsüber immer wieder die Rotoren - für gewisse Zeiten, ob ein Vogel fliegt oder nicht. Am Rumpf der Anlage sollen jetzt sechs Kameras erfassen, wer oder was da schwebt.

Die Linsen schauen 300 Meter weit in den Himmel und scannen quasi eine Halbkugel um das Windrad. Benjamin Friedle und Markus Pubantz vom Bürgerwindpark Hohenlohe hatten die Idee für eine automatische Abschaltung der Windräder, aber nur dann, wenn wirklich ein Milan, Bussard oder Storch im Anflug ist:

"Wir bringen dem System (...) anhand hunderttausender Bilder bei: Das ist ein Flugzeug, das ist ein Rotmilan, das ist eine Taube, das ein Insekt. (...) Das Ganze ist ein Stück weit künstliche Intelligenz - selbstlernend."

Benjamin Friedle, Bürgerwindpark Hohenlohe

Bis das System ausgereift ist, dauert es noch ein bis zwei Jahre. Bei durchschnittlichem Wind würde ein Windrad dieser Klasse in drei Stunden so viel Strom produzieren, wie ein Vier-Personen-Haushalt im Jahr verbraucht.

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