Nach Polizeieinsatz in Neckarsulm Saftige Strafen für Hasskommentare

Nach Beleidigungen und Hasskommentaren im Internet gegen die Polizei in Neckarsulm sind 47 Täter verurteilt worden. Sie müssen für ihre Beleidigungen insgesamt 47.000 Euro Strafe zahlen.

Der höchste Strafbefehl liegt bei 4.000 Euro. Ein 21-Jähriger hatte mit einem Online-Beitrag vor über zwei Jahren eine Welle von Hasskommentaren ausgelöst.

Das Social-Media-Team des Heilbronner Polizeipräsidiums (v. links n. rechts: Corinna Lüke, Frank Belz, Sinah Moll) (Foto: Pressestelle, Polizeipräsidium Heilbronn)
Nach dem Rosenmontagsball 2017 in Neckarsulm hatte das sonst fröhliche Social-Media-Team des Heilbronner Polizeipräsidiums wenig zu lachen (v. links n. rechts: Corinna Lüke, Frank Belz, Sinah Moll) Pressestelle Polizeipräsidium Heilbronn

Begonnen hat die ganze Geschichte am Rosenmontagsball 2017 in der Neckarsulmer Ballei. Ein damals 21-Jähriger randaliert, die Polizei rückt an, es kommt zur Rangelei und auch zu Körperverletzungen auf beiden Seiten. Der Mann muss die Nacht in einer Zelle verbringen.

Nach privatem Zeugenaufruf Shitstorm gegen Polizei

Am nächsten Morgen kommt das böse Erwachen - in diesem Fall für die Polizei. Denn der Mann postete auf Facebook ein Bild seines Gesichts, inklusive blauer Flecken, und behauptet, Opfer massiver Polizeigewalt geworden zu sein.

"Er suchte online Zeugen, die den Vorfall gesehen haben, damit er gegen die 'Bullen' vorgehen kann. So kam es zu einem riesigen Shitstorm gegen die Polizei auf seiner Facebook-Seite und verschiedenen Gruppen, so dass wir auf den Plan gerufen wurden."

Frank Belz, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn

Derbe Beleidigungen

Im Handumdrehen kommentierten hunderte Menschen den Post. Diese reichten von "Hurensöhne", "Fuck the police" oder "Drecksbullen" bis hin zu "wie ich diese Schweine hasse". Für die Polizei stand fest: "Das konnten wir uns nicht gefallen lassen", so Frank Belz.

Über eineinhalb Jahre wurden die Kommentare ausgewertet und die Verfasser ermittelt. 47 wurden angezeigt, letztlich erhielten 30 von ihnen eine Geldstrafe – im Einzelfall bis zu 4.000 Euro.

Dauer

Beleidigungen bitte nicht auf sich sitzen lassen, sagt die Heilbronner Polizistin Sinah Moll aus der Social Media Abteilung. Sie durchforstet jeden einzelnen Kommentar zu allen Posts der Heilbronner Polizei.

"Ein Muss, denn es wird immer akuter und gefährlicher."

Polizistin Sinah Moll

Solchen Beleidigungen und Hasskommentaren müsse nachgegangen und sie müssten gegebenenfalls zur Anzeige gebracht werden.

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