Notwendige Stimmenanzahl nicht erreicht Entscheidung über B27-Anschluss in Neckarsulm vertagt

In Neckarsulm (Kreis Heilbronn) waren am Sonntag alle Einwohner aufgerufen, sich am Bürgerentscheid für den geplanten B27-Anschluss zu beteiligen. Zwar sprach sich eine Mehrheit gegen das Projekt aus, allerdings mit zu wenig Stimmen.

Knapp 60 Prozent der abstimmenden Bürger votierten gegen den geplanten B27-Anschluss. Das Ergebnis ist jedoch nicht bindend, es hätten mindestens 20 Prozent der stimmberechtigten Neckarsulmer, also 3.807 Bürger entweder für "Ja" oder "Nein" zum Bürgerentscheid stimmen müssen.

Ergebnisse zeigen nur Stimmungsbild

Laut dem vorläufigen Endergebnis stimmten 3.728 Wähler gegen den geplanten B27-Anschluss, das sind 79 Stimmen zu wenig für einen bindenden Bürgerentscheid. Für das Projekt stimmten 2.768 Bürger. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 34 Prozent. Die endgültige Entscheidung über das Großprojekt muss nun im Gemeinderat fallen.

Für die Stadt ein wichtiges Verkehrsprojekt

Die Stadt sieht in dem Projekt eine wichtige Verkehrsentlastung der Innenstadt sowie der Südtangente und will den Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen bündeln. Unterstützung bekommt sie dabei von führenden lokalen Wirtschaftsunternehmen wie Rheinmetall Automotive, Bechtle und der Schwarz Gruppe mit Lidl und Kaufland.

Visualisierung zum B 27-Anschluss Knoten Radweg (Foto: Pressestelle, Stadt Neckarsulm)
Der angedachte B27-Anschluss als Visualisierung Pressestelle Stadt Neckarsulm

Kritiker finden Pläne mangelhaft

Die Kritiker halten das Projekt für zu teuer und bezweifeln die gewünschten Effekte. Laut Gutachten seien die geplanten Kreuzungen nicht ausreichend, um den Verkehr in der Innenstadt durchzuleiten. Unterstützt werden sie dabei von den Grünen und den Freien Wählern. Rund 42 Millionen Euro würde der Anschluss kosten, die Stadt müsste etwa die Hälfte tragen.

Viel Meinungsaustausch vor Bürgerentscheid

Noch in der Woche vor dem Bürgerentscheid haben Befürworter und Gegner ihre Argumente nochmal deutlich gemacht. Der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) hatte sich mit einer Videobotschaft an die Neckarsulmer gewandt.

STAND