Aus Bretzfeld kommt eine Petition zur Schulreife (Foto: SWR)

Nach Petition aus Bretzfeld Mehr Freiraum beim Einschulungstermin in BW

Der Bildungsausschuss im baden-württembergischen Landtag hat grünes Licht für mehr Freiraum beim Einschulungstermin gegeben. Viele Eltern hatten eine Petition unterzeichnet, um dies zu erreichen.

Der Ausschuss stimmte mehrheitlich für eine Vorverlegung des Stichtags für die Einschulung vom 30. September auf den 30. Juni. Damit entsprach er einer Petition, die Katrin Goeltenboth aus Bretzfeld (Hohenlohekreis) initiiert hatte. Sie wollte damit erreichen, dass Eltern in Zukunft das letzte Wort beim Thema Schulreife haben. 

Die Stichtagsvorverlegung wird jetzt vorraussichtlich in eine Gesetzesänderung einmünden. Damit müssen Kinder, die nach dem 30. Juni sechs Jahre alt werden, erst im Folgejahr in die Schule. Das ermöglicht mehr Flexibilität bei der Einschulung. Etliche Kinder wurden nach der bisherigen Regelung schon mit fünf Jahren eingeschult. Das war vielen Eltern zu früh.

Rund 21.500 Eltern in Baden-Württemberg hatten die Petition unterschrieben. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte das Anliegen unterstützt, ebenso die Grünen.

Grundschul-Rektoren entscheiden über Schulreife

Goeltenboth will mit ihrer Petition auch klären lassen, wer überhaupt feststellt, ob ein Kind schulreif ist. Bisher entscheiden in Baden-Württemberg die Rektoren an den Grundschulen, ob sie ein Kind aufnehmen. Dabei vertrauen sie meist auf eine Einschätzung, die die künftige Grundschullehrerin und die bisherige Kita abgeben. Die Forderung der Petition ist es, diese grundsätzliche Frage den Eltern zu überlassen.

"Wir möchten einfach den Eltern mehr Entscheidungsrecht und Kompetenz zusprechen, damit die Familien keine bürokratischen Hürden mehr bei einer Rückstellung nehmen müssen und sie stattdessen mehr Freiheit haben."

Katrin Goeltenboth, Initiatorin Petition "Schulreife"

Zur Frage der vollen Entscheidungshoheit der Eltern gibt es offenbar bisher noch keine Entscheidung.

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