Landtag von Baden-Württemberg (Foto: picture-alliance / dpa)

Nach Kinderporno-Fall in Heilbronn Abgeordneter fordert weitere Antworten

Der Heilbronner Landtagsabgeordnete Rainer Hinderer (SPD) gibt sich mit den Antworten nach der Sitzung im Innenausschuss zum Heilbronner Kinderporno-Fall nicht zufrieden.

Der SPD-Landtagsabgeordnete will weitere Klarheit zu den Ermittlungen gegen einen Erzieher aus Heilbronn wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der Innenausschuss des Landtages befasste sich am Mittwoch mit den behördlichen Vorgängen im Fall des Erziehers, der wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern in Untersuchungshaft sitzt.

Nicht überzeugt

Die Antworten auf eine erste Anfrage im Landtag hätten ihn aber nicht überzeugt, sagte Hinderer am Mittwochabend nach der Sitzung im Innenausschuss dem SWR Studio Heilbronn.

Schon zuvor hatte der Heilbronner Landtagsabgeordnete Hinderer die Informationspolitik des baden-württembergischen Innenministeriums kritisiert.

Eine CD mit der Beschriftung
Politiker fordern Antworten zum Heilbronner Kinderporno-Fall Uwe Zucchi

Nicht informiert

Dies habe vor allem die Frage nicht beantwortet, warum der Mann trotz Besitzes von Kinderpornos weiterhin seinem Beruf als Kindergärtner nachgehen konnte, weil Behörden weder Arbeitgeber noch Kindergartenaufsicht informierten. 

Hinderer hält das für den gröbsten Fehler der Polizei wegen anhaltender Gefährdung der Kindergartenkinder.

Das Heilbronner Polizeipräsidium hatte bereits Versäumnisse zugeben und nach eigenen Angaben die internen Abläufe bei Ermittlungen wegen Sexualdelikten geändert.

10.000 Bilder und 900 Videos

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hatte im Februar gegen einen Erzieher wegen des Besitzes von Kinderpornografie Anklage erhoben. Bei dem ehemaligen Leiter eines Heilbronner Kindergartens wurden demnach 10.000 Bilder und 900 Videos gefunden, die eindeutige sexuelle Handlungen von und mit Minderjährigen zeigen.

Später wurde ein Video bei ihm gefunden, das ihn selbst bei sexuellen Handlungen mit einem Minderjährigen aus dem näheren sozialen Umfeld zeigen soll.

Nun muss er sich wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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