Servicekräfte auf der BUGA (Foto: SWR)

Langzeitarbeitslose in Heilbronn BUGA: Die Chance auf einen Job

Sie ist eine Chance für Langzeitarbeitslose, die sonst kaum noch Hoffnung auf einen Job haben: Die Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn. In der Gastronomie haben dort einige Arbeitssuchende einen Job gefunden - zumindest für ein halbes Jahr.

Ihre Küche ist ein kleiner Container im Fruchtschuppen auf der BUGA. Manuela Runkel ist nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit sichtlich froh, sich hier mit über 50 Jahren beweisen zu dürfen. Sie arbeitet für den größten BUGA-Gastronomiebetrieb mit fast 1.000 Sitzplätzen.

"Dieser Job bietet mir die Chance, einem neuen potentiellen Arbeitgeber zu sagen, dass ich Erfahrung sammeln konnte."

Manuela Runkel, Gastromitarbeiterin auf der Bundesgartenschau
Dauer

Rund 30 der fast 150 Mitarbeiter waren zuvor ebenfalls mehr als ein Jahr arbeitslos. Ihnen gegenüber gibt es viele Vorurteile wie Unzuverlässigkeit oder fehlende Motivation. Als Marcel Schindler, der Geschäftsführer des Gartenschau-Caterings, vor anderthalb Jahren anfing nach Personal zu suchen, traf er in Heilbronn auf einen leergefegten Markt.

Keine Fachkräfte

Kurzum musste Schindler auch Ungelernte einstellen. Jetzt nach einem halben Jahr BUGA ist er stolz auf sie. "Unglaublich viele haben durchgehalten - trotz Hitze, persönlicher Probleme, und trotz der immer wieder mäkelnden Besucher", sagt er. Und es schwingt die Hoffnung mit: Wer es hier schafft, schafft es überall.

Die Chance hatte die Arbeitsagentur schon anderthalb Jahre zuvor erkannt und ein Fortbildungsprogramm geschaffen. Im Heilbronner Bildungspark gab und gibt es deshalb Qualifizierungsangebote.

"Hotellerie und Gastronomie in und um Heilbronn sind in einem starken Wachstum. Es werden Arbeitskräfte in diesem Bereich benötigt und es gibt nicht annähernd genügend Arbeitskräfte, deshalb sehe ich die weiteren Chancen für die Menschen, die hier gearbeitet haben, als sehr gut an."

Jürgen Czupalla, Chef der Heilbronner Arbeitsagentur

Doch nicht jeder sei für die Gastronomie geschaffen, die Motivation müsse stimmen, sagt Czupalla. Manuela Runkel kennt die Vorbehalte. Sie gibt sich bescheiden, aber zuversichtlich: "Ich werde weiterhin Bewerbungen schreiben und schauen, was mir die Zukunft bringt."

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