Blühfeld direkt neben dem Feld der Wintergerste in Kupferzell bei Landwirt Maurer (Foto: SWR)

Biodiversität-Projekt bekommt Auszeichnung Gewusel auf Kupferzeller Acker dank "F.R.A.N.Z."

Wenn Jürgen Maurer in einer seiner Blühflächen steht, dann entdeckt der Landwirt aus Kupferzell-Feßbach (Hohenlohekreis) immer einiges an Wildtieren. Er macht als momentan einziger Landwirt in Baden-Württemberg beim Projekt "F.R.A.N.Z." mit.

Das Projekt wurde am Mittwoch als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Das bedeutet: Die Jahre 2011 bis 2020 wurden zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Die Vereinten Nationen appellieren dafür, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen und zeichnen herausragende Projekte in diesem Bereich aus.

Dauer

F.R.A.N.Z steht als Abkürzung für die sperrige Bezeichnung: "Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft". Ziel sei es, in der konventionellen Landwirtschaft die Artenvielfalt zu erhalten oder zu steigern.

Kleeflächen und Habitate für Wildtiere

In der Praxis legen konventionelle Landwirte neben ihren Äckern beispielsweise große Blüh- oder Kleeflächen für Wildinsekten an oder schaffen Habitate für Rebhuhn, Hase und Co. Von zehn bundesweiten Landwirten ist der Kupferzeller Jürgen Maurer dabei, als einziger in Baden-Württemberg. Als weitere Maßnahmen pflanzt der Hohenloher beispielsweise Stangenbohnen und Mais zusammen auf einem Feld als Eiweislieferent an. In seinen Wintergerste-Feldern sind die Fahrstreifen für die Mähdrescher breiter als normal, diese kann die Feldlerche als Start- oder Landebahn nutzen.

Landwirt Maurer aus Kupferzell in seinem Mais- und Stangenbohnenfeld - eine Maßnahme im Projekt F.R.A.N.Z (Foto: SWR)
Landwirt Jürgen Maurer aus Kupferzell in seinem Mais- und Stangenbohnenfeld - eine Maßnahme im Projekt F.R.A.N.Z

Hürden im Projekt F.R.A.N.Z.

Ein Wehrmutstropfen gibt's bei dem seiner Meinung nach tollen Projekt aber doch: Man müsse bei all den ergriffenen Maßnahmen auch sehr hinterher sein: Habe man nicht auf alles ein Auge, besiedeln beispielsweise Pflanzen wie der Fuchsschwanz die Felder, der für Insekten keine Nahrung bietet. Auch der Papierkram und die Hürden, die außerhalb des Projekts für solche Ausgleichsmaßnahmen anfallen würden, seien kontraproduktiv.

Nach insgesamt zehn Jahren soll ausgewertet werden, was funktioniert und was nicht. Eines Tages sollen die Maßnahmen dann auf weitere konventionelle Höfe ausgeweitet werden.

Kleeacker in Kupferzell-Fessbach im Hohenlohekreis (Foto: SWR)
Kleeacker in Kupferzell-Fessbach im Hohenlohekreis

Jeder soll seinen Beitrag für Biodiversität leisten

Maurer ist konventioneller Landwirt, hat den Hof in vierter Generation von seinen Eltern übernommen. Auf dem Betrieb sorgt einige dafür, dass ihm nie langweilig wird: Zuckerrüben, verschiedenes Getreide, gut 900 Mastschweine, eine Hand voll Schafe, Hühner und Wachteln. Das Geflügel hat eines seiner vier Kinder unter den Fittichen. Zudem ist der 45-jährige Feßbacher schwer aktiv, unter anderem im Bauernverband. Für den Mehraufwand bei Franz bekommt er einen finanziellen Ausgleich, "der muss sein", sagt er. Für ihn ist das Projekt: "Ein Gewinn". Und: Alle müssten ihren Beitrag zur Artenvielfalt leisten, so Maurer. Egal ob Landwirtschaft, Politiker, Naturschutzverbände oder der Otto Normalverbraucher. Dafür müsse man aber an einem Tisch gemeinsam Maßnahmen und Ziele erarbeiten. Ein Schritt in diese Richtung sei Franz.

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