Alexander Gerst zusammen mit seinen ISS-Kollegen bei der Übergabe (Foto: NASA)

Künzelsauer Astronaut Gerst übernimmt Kommando "Astro-Alex" ist neuer Chef auf der ISS

Der Künzelsauer Astronaut Alexander Gerst hat am Mittwoch das Kommando auf der Internationalen Raumstation (ISS) übernommen - als erster Deutscher überhaupt.

Dauer

"Das ist eine erstaunliche Maschine", sagte Gerst am Mittwoch bei der Zeremonie auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde. Deshalb wolle er als Kommandant die ISS als "fantastische Plattform" für Experimente weiterführen. Sein Vorgänger Drew Feustel überreichte dem Künzelsauer zum Abschied symbolisch den Schlüssel für die ISS-Luke.

"In dem Fall werde ich wie der Kapitän auf einem Schiff sein. In normalen Situationen bin ich so ein bisschen die Schnittstelle zwischen der Bodenkontrolle und der Mannschaft an Bord. Das heißt, ich schaue, dass alles läuft, dass es der Mannschaft gutgeht. Und die zweite Aufgabe eines Commanders ist, in Zeiten eines Notfalls schnell Entscheidungen zu treffen."

Astronaut Alexander Gerst vor dem Start ins All

Der US-Astronaut Feustel und zwei weitere Raumfahrer sollen am Donnerstag in der kasachischen Steppe ankommen. Eine Woche lang ist die ISS deshalb nur mit einer kleinen Mannschaft besetzt. An Bord sind noch der Kosmonaut Sergej Prokopjew, die US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und Gerst, der unter dem Namen "Astro-Alex" in sozialen Netzwerken auftritt.

Bei der Gewichtsmessung im All  (Foto: Pressestelle, ESA/NASA-A. Gerst)
Bei der Gewichtsmessung im All Pressestelle ESA/NASA-A. Gerst

Der Geophysiker aus Baden-Württemberg war im Juni vom Raumfahrtbahnhof Baikonur zur ISS gestartet. Er soll im Dezember wieder auf die Erde zurückkehren. Es ist bereits sein zweiter Einsatz auf der ISS, bereits 2014 arbeitete er dort für einige Monate.

Leck sorgte für Schlagzeilen

Während seines zweiten Einsatzes geriet die ISS in die Schlagzeilen, weil ein Leck in der angedockten Sojus-Raumkapsel einen Druckabfall ausgelöst hatte. Das Loch wurde zwar erfolgreich abgedichtet, die Ursache ist aber noch immer unklar. Bei einem Außeneinsatz im November könnten weitere Informationen dazu gesammelt werden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Gemeinsam mit den russischen Kollegen werde man nach der Ursache suchen.

STAND