Wahl eines Wahlvorstands - Betriebsversammlung - Banner IG Metall (Foto: SWR, Anno Palumbo)

Wahlvorstand in Künzelsau gewählt Weichen für ersten Betriebsrat bei Würth gestellt

Zum ersten Mal in der knapp 75-jährigen Firmengeschichte soll es beim Künzelsauer Handelskonzern Würth einen Betriebsrat geben. Bei einer Wahlversammlung am Montag wurde ein entsprechender Wahlvorstand gewählt, der die Betriebsratswahl vorbereiten soll.

Betriebsrat löst Vertrauensrat ohne Rechte und Pflichten ab

Am Montag wurde bei Würth in Künzelsau Geschichte geschrieben: Über 2.000 der rund 7.500 Mitarbeiter waren ins Carmen-Würth-Forum nach Künzelsau zur Wahlveranstaltung gekommen. Gewählt wurde ein Wahlvorstand, bestehend aus drei Leuten. Zehn Kandidaten traten an. Nun geht es für den Wahlvorstand daran, eine Betriebsratswahl vorzubereiten. Das Unternehmen selbst teilte mit, es unterstütze das Vorhaben.

Die Gewerkschaft IG Metall bei der Wahlveranstaltung im Carmen-Würth-Forum in Künzelsau (Foto: SWR)
Die Gewerkschaft IG Metall bei der Wahlveranstaltung im Carmen-Würth-Forum in Künzelsau

Die Adolf Würth GmbH hatte bislang keine offizielle Arbeitnehmervertretung. Bisher wurden die Mitarbeiter durch einen Vertrauensrat ohne gesetzliche Rechte und Pflichten vertreten.

Betriebsratswahl schneller als gedacht

Mit der Installation eines Betriebsrats bei Würth geht für die Gewerkschaft IG Metall so etwas wie ein Herzenswunsch in Erfüllung. Zu oft hätten andere auf das Beispiel Würth gezeigt, da ginge es schließlich auch ohne, so die Gewerkschaft. Dieses Argument würde dann nicht mehr ziehen.

Die Wahl eines ordentlichen Betriebsrates war laut IG Metall also schon lange geplant, kam jetzt allerdings nach einigen Turbulenzen doch etwas überraschend. Erst war ein AfD-naher Würth-Mitarbeiter aktiv geworden. Er wollte einen Betriebsrat gründen. Ihm war allerdings wegen Verstößen gegen den Datenschutz gekündigt worden. Das Verfahren vor dem Arbeitsgericht läuft noch. Der jetzige Vorstoß kam von einer anderen Mitarbeitergruppe, die laut eigener Aussage Schaden vom Unternehmen und der Familie Würth abwenden wollte.

Unternehmerfamilie steht hinter der Idee (Archivfilm):

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