Befestigungsspezialist in Künzelsau Erstmals Betriebsratswahlen bei Würth

Beim Künzelsauer Befestigungsspezialisten Würth soll ein Betriebsrat gewählt werden. Das bestätigten Geschäftsleitung und IG Metall Schwäbisch Hall dem SWR Studio Heilbronn.

Dauer

Seit langem ist die IG Metall an dem Thema dran, jetzt ist überraschend schnell ein offizieller Aufruf von Mitarbeitern vorgelegt worden. Beim Befestigungsspezialisten Würth mit Hauptsitz in Künzelsau (Hohenlohekreis) soll ein Betriebsrat gewählt werden. Das bestätigten sowohl die Geschäftsleitung als auch die IG Metall Schwäbisch Hall dem SWR Studio Heilbronn.

Langjährige Mitarbeiter engagieren sich

Vier langjährige Würth-Mitarbeiter haben am Montag den offiziellen Aufruf zur Wahl eines Betriebsrats bei Würth vorgelegt. Bei der IG Metall Schwäbisch Hall freut man sich, sagte Uwe Bauer: "Ich glaube, auch so einem Unternehmen wie Würth, mit einer Größenordnung von 7.500 Beschäftigten, steht ein Betriebsrat gut zu Gesicht und das entspricht auch einer zeitgemäßen Unternehmenskultur, in der alle Beschäftigten sich beteiligen können."

"Mitbestimmung, gute Arbeitsbedingungen und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch."

Uwe Bauer, IG Metall Schwäbisch Hall

Geschäftsleitung unterstützt Prozess

Der Wahlvorstand soll am 3. Juni gewählt werden. Bei rund 7.500 Mitarbeitern bei Würth in Deutschland hätte der Betriebsrat 35 Mitglieder. Damit wird der bestehende Vertrauensrat hinfällig, der keine rechtlichen Grundlagen hat. In einer Stellungnahme der Geschäftsleitung heißt es, man unterstütze den Prozess.

"Als Unternehmen sind wir weiter von der Zukunftsfähigkeit des Vertrauensrates überzeugt, erkennen aber den Wunsch unserer Mitarbeiter nach einem Betriebsrat an und nehmen diesen ernst. Die Geschäftsleitung unterstützt den Prozess selbstverständlich."

Aus einer Mitteilung der Würth-Geschäftsleitung

Seit längerem Gespräche

Wofür sich die IG Metall Schwäbisch Hall schon länger eingesetzt hat, erklärte Uwe Bauer. Seit einem Jahr spreche man schon unter anderem mit Beschäftigten. Der Zeitpunkt der neuen Initiative sei schon etwas überraschend, meint Bauer. Es sei jetzt doch sehr schnell sehr viel Bewegung in die Sache gekommen.

"In kein gutes Licht gerückt"

Die neue Gruppe nannte Gründe für ihr vorgehen: Eine erste Initiative für einen Betriebsrat habe das Unternehmen, die Familie Würth und auch die Mitarbeiter unter anderem durch Auftritte und Botschaften in sozialen Netzwerken in kein gutes Licht gerückt. Auch deshalb freut sich die Geschäftsleitung in Künzelsau auf "einen professionellen Ablauf bis zur Wahl eines Betriebsrates".

STAND