Kinderporno-Fall in Heilbronn Anklage gegen Erzieher erhoben

Der Fall eines Erziehers in Heilbronn schlug hohe Wellen: Nun hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn Anklage erhoben, unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes sowie wegen Vergewaltigung.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein Heilbronner Erzieher, der seit März in Untersuchungshaft sitzt, soll nicht nur Kinderpornografie besessen haben, sondern auch ein Kind schwer sexuell missbraucht haben.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. Es geht um sexuellen und in 17 Fällen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes sowie Besitz von Kinderpornografie und Vergewaltigung.

Kind auf Schaukel, der Schatten eines Erwachsenen ist im Hintergrund (Foto: picture-alliance / dpa, Julian Stratenschulte)
Der Heilbronner Ex-Kindergartenleiter soll einen Jungen missbraucht haben (Symbolbild) Julian Stratenschulte

Teilweise Taten gefilmt

Dem 31-jährigen Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe von 2012 bis zum Januar 2018 laut Staatsanwaltschaft "in 19 Fällen sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen und an sich von dem Kind vornehmen lassen." Teilweise habe er die Taten gefilmt, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler haben ihm über sein Teilgeständnis und die Filmaufnahmen, die den Mann bei den sexuellen Handlungen zeigen sollen, die Taten nachweisen können, heißt es weiter.

Teilgeständnis abgelegt

Das Geständnis spielte dabei eine große Rolle, sagte der Leiter der Heilbronner Staatsanwaltschaft Frank Rebmann dem SWR Studio Heilbronn. Als die Vorwürfe des Missbrauchs eines Kindes bekannt wurden, habe der Angeklagte weitere Taten von sich aus eingeräumt, so Rebmann. Ohne das hätte man dem Erzieher nicht alle Taten nachweisen können. Mit den Videos hätte man lediglich drei Taten, durch die Vernehmung des Kindes weitere drei, belegen können.

"Die Ermittlungen wurden mit Hochdruck geführt. Mit zur Beschleunigung beigetragen hat natürlich auch, dass sich der Beschuldigte geständig gezeigt hat, weshalb die Ermittlungen sehr zügig abgeschlossen werden und die Anklage nunmehr erhoben werden konnte."

Frank Rebmann, Leiter Heilbronner Staatsanwaltschaft

Der frühere Kindergartenleiter hatte über seinen Anwalt einen Teil der Vorwürfe bereits eingeräumt. Zudem seien bei ihm 10.000 Bild- und rund 900 Videodateien gefunden worden.

Vorwürfe seitens der Eltern

Eltern werfen seinem Arbeitgeber, der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn vor, zu lange verheimlicht zu haben, dass gegen den Erzieher ermittelt werde. Daraufhin wurde ein Krisenteam zur Aufarbeitung eingerichtet.

Auch die Polizei hatte bei der Informationspolitik gegenüber des Arbeitgebers des Mannes Versäumnisse eingeräumt.

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