Bram Schot (l), Vorsitzender des Vorstands der Audi AG und kommissarischer Vorstand Vertrieb und Marketing, spricht während der Bilanz-Pressekonferenz zu den Journalisten. (Foto: dpa Bildfunk, Armin Weigel)

Neuer Audi-Chef will kräftig sparen Audi-Betriebsrat fordert längere Jobgarantie in Neckarsulm bis 2030

Der neue Audi-Chef Bram Schot will den angeschlagenen Autobauer mit verschiedenen Maßnahmen aus der Krise führen. Die Produktpalette etwa soll "neu strukturiert" werden. Audi müsse zudem seine Produktivität deutlich erhöhen.

Sein komplettes Konzept will Bram Schot aber erst auf der Hauptversammlung am 23. Mai vorstellen. Es wird auch die Belegschaft betreffen. Bei Einstellungen neuer Mitarbeiter werde man "noch selektiver vorgehen", so Finanzvorstand Alexander Seitz am Donnerstag. Ansonsten gab es nur Andeutungen, auch die Altersfluktuation werde etwa genutzt. Welche konkreten Folgen das Konzept für den Produktionsstandort Neckarsulm (Kreis Heilbronn) haben wird, bleibt damit weiter offen.

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Sendedatum
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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Betriebsrat will längere Jobgarantie

Der Neckarsulmer Audi-Betriebsratsvorsitzende Rolf Klotz hat unterdessen die Forderung nach einer Verlängerung der Beschäftigungsgarantie um weitere fünf Jahre bis 2030 bekräftigt. Angesichts des Einsparziels von 15 Milliarden Euro in den kommenden Jahren sei dies folgerichtig.

"Das ist so eine Art Nagelprobe. Wenn die Strategie des Vorstandes gut ist und er dafür 15 Milliarden braucht,  wenn die richtig investiert werden, dann kann er zum Beleg dafür auch die Beschäftigungsgarantie verlängern."

Rolf Klotz, Betriebsratsvorsitzender Audi Neckarsulm

Prämie für Mitarbeiter

Trotz der schwierigen Situation beteiligt Audi seine Mitarbeiter am Unternehmenserfolg. Für das vergangene Jahr erhält jeder Audianer zusätzlich eine Prämie in Höhe von rund 3.600 Euro. Das sind rund 1.000 Euro weniger als im Vorjahr.

Werke nicht ausgelastet

Die Werke Neckarsulm und Ingolstadt waren und sind bei weitem nicht ausgelastet. 2019 bezeichnete Bram Schot als Übergangsjahr. Verkäufe und Umsätze sollen demnach nur moderat steigen. Um profitabler zu werden, will der Audi-Manager auch Stellen abbauen, die Aufgaben zwischen den Werken neu verteilen, gemeinsame Plattformen mit VW und Porsche stärker nutzen. Bis 2022 sollen so ingesamt 15 Milliarden Euro eingespart werden.

Audi Pressekonferenz 2019 (Foto: SWR)
Der neue Audi-Chef Bram Schot zieht Bilanz und blickt voraus

Umsatz gesunken

Die Diesel-Affäre habe Audi im vergangenen Jahr fast 1,2 Milliarden Euro gekostet, allein 800 Millionen Euro zahlte der Autohersteller als Bußgeld für die Manipulationen. Das drückte das operative Ergebnis um ein Viertel auf 3,5 Milliarden Euro. Der Umsatz sank auf 59,2 Milliarden Euro.

Probleme mit WLTP

Probleme mit der Umstellung auf den neuen Abgasmesszyklus WLTP hinterliesen bei den Verkaufszahlen Spuren. Diese schrumpften um 3,5 Prozent auf 1,81 Millionen Fahrzeuge 2018.

"Wir können mit unserer Performance nicht zufrieden sein. Unternehmerisch haben wir vor allem WLTP als den ultimativen Stresstest nicht bestanden."

Bram Schot, Vorstandschef Audi
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