Viele Bürger besuchten die Infoveranstaltung zum Wohnprojekt in Schwaigern (Foto: SWR)

Integratives Wohnen in Schwaigern Bürger informieren sich über umstrittenes Wohnprojekt

Rund 300 Bürger waren am Montagabend zur Informationsveranstaltung in die Fritz-Halle nach Schwaigern (Kreis Heilbronn) gekommen. Nicht alle sahen ihre Zweifel ausgeräumt.

Drei Häuser mit jeweils acht Wohnungen - das ist der Plan, den der Bauträger Hoffnungsträgerstiftung aus Leonberg umsetzen möchte.

Gebaut werden soll auf einem innerstädtischen 5.800 Quadratmeter großen Grundstück, wobei knapp die Hälfte überbaut werden soll. In den Gebäuden sollen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen nicht nur Tür an Tür, sondern auch als Hausgemeinschaft zusammenleben, so Marcus Witzke, Vorstand der Hoffnungsträgerstiftung - ein Sozialunternehmen, das ähnliche Projekte schon beispielsweise in Esslingen, Leonberg und Bad Liebenzell umgesetzt hat.

Kritik aus der Bevölkerung

Nicht alle Besucher an diesem Abend sind von dem Konzept begeistert. "Ich bin überzeugt, dass genau diese Versprechungen, die hier gemacht werden, nicht eingehalten werden. Und am Ende sieht man, dann werden drei solche Bauwerke hier stehen und dann kann man sich ausmalen, wie die in x Jahren dann auch dementsprechend aussehen", sagt ein Mann.

Auch an der Stadtverwaltung wird Kritik geübt: "Das Hauptproblem ist, dass die Stadtverwaltung und auch die Gemeinderäte einfach nicht die Bevölkerung in dem Maße mitnimmt, wie es dieses Projekt erforderlich macht", sagt ein weiterer Besucher. Und eine Frau ergänzt: "Im Grunde genommen hätte so eine öffentliche Veranstaltung an den Anfang gehört."

Bürgermeisterin Rotermund verteidigt die Pläne

Bürgermeisterin Sabine Rotermund weist die Kritik zurück. Die Verwaltung habe schon frühzeitig über das Projekt informiert, im Gemeinderat und zum Beispiel im Internet. Und sie fügt hinzu, sie sei sicher, dass man mit diesem Projekt einen Mehrwert gewinne und dass man damit das Gemeinwesen positiv voranbringen könne.

STAND