Audi Q5 Kühlergrill Fahrzeugfront mit dem Firmenlogo von Audi (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)

Werke in Ingolstadt und Neckarsulm Betriebsversammlung bei Audi: Zukunftsvereinbarung als "Meilenstein"

Beim Autobauer Audi sind derzeit die letzten Betriebsversammlungen des Jahres. Am Montag kamen die Mitarbeiter am Hauptsitz in Ingolstadt zusammen - am Dienstag folgt Neckarsulm.

Beherrschendes Thema war in Ingolstadt und wird wohl auch in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) die Ende November getroffene Vereinbarung zur Zukunft der beiden deutschen Standorte sein. "Ein wichtiger Meilenstein für die Arbeitnehmervertretung bei Audi", heißt es in einer Mitteilung des Audi-Betriebsrats. Demnach schilderte Betriebsratschef Peter Mosch die genauen Inhalte vor der Belegschaft.

Ausgestaltung der Eckpunkte steht an

Mit der Vereinbarung zwischen Vorstand und Betriebsrat sei nun zwar der "Grundstein für die nächsten zehn Jahre gelegt", die Hauptarbeit aber stehe mit der "detaillierten Ausgestaltung der Eckpunkte" noch vor den Verhandlungspartnern, wird Mosch in der Mitteilung zitiert.

"Ein gut tragbarer Kompromiss."

Peter Mosch, Audi-Betriebsratschef zur Zukunftsvereinbarung
Ein Teil des Audi Werksgeländes mit Wegweiser für Werkstore und Parkplatz sowie Gebäude von der Neckarsulmer Straße aus gesehen (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)
Der Betriebsrat von Audi wird wohl auch in Neckarsulm über die Zukunftsvereinbarung berichten (Archivbild) Jürgen Härpfer

Zukunftsvereinbarung als Erfolg gefeiert

Ein "anstrengendes, herausforderndes, aber auch spannendes Jahr" liege hinter den Audianern, sagte die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Rita Beck. Sie sprach auch über eine schwierige Zeit.

Die Zukunftsvereinbarung war nach Abschluss von Arbeitgeber- und Betriebsratsseite gleichermaßen als Erfolg gefeiert worden. So auch am Montag wieder: "Sicherheit für die Beschäftigten", sei die Hauptforderung gewesen – das sei erreicht worden, so Mosch. Es sei nun eine neue Perspektive für Audi geschaffen worden. Man habe aber auch Kompromisse eingehen müssen.

Wichtigkeit der Zukunftsvereinbarung für die Audi-Standorte

Auch Personalvorstand Wendelin Göbel, unterstrich die Wichtigkeit der Zukunftsvereinbarung für die Audi-Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm.

"Wir müssen als Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein, nur das sichert langfristig Arbeitsplätze."

Wendelin Göbel, Audi-Personalvorstand

Stellenabbau, Mitarbeiterprämie und E-Autos

Eckpunkte der Ende November getroffenen Zukunftsvereinbarung sind zum Beispiel eine Arbeitsplatzgarantie bis 2029, die dem Betriebsrat am Herzen lag. Weiter ist ein sozialverträglicher Stellenabbau geplant: In den kommenden Jahren will Audi allein im Werk Neckarsulm rund 1.500 Stellen abbauen. Bundesweit sollen insgesamt 9.500 Stellen bei Audi wegfallen. Im Gegenzug dafür sollen 2.000 Arbeitsplätze in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung neu entstehen – auch in Neckarsulm.

Kapazität in Werk Neckarsulm soll reduziert werden

Für Neckarsulm soll es ein millionenschweres Investitionspaket geben. Auch die Mitarbeitergewinnbeteiligung soll bestehen bleiben. Einzelheiten müssen in den kommenden Wochen noch festgelegt werden. Audi soll dieses Jahr seine Weihnachtsferien auf vier Wochen ausgedehnt haben, üblich waren bislang zwei.

Die Kapazität des Neckarsulmer Standorts wird von rund 300.000 Audis im Jahr auf rund 225.000 pro Jahr reduziert. Erst Mitte der 2020er Jahre soll der Standort ein E-Modell mit großen Stückzahlen bekommen.

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