Rote Ampel bei Audi-Werk (Foto: SWR)

Auswirkungen auf Neckarsulmer Werk unklar Audi will jede zehnte Führungsposition streichen

Der Fahrzeughersteller Audi will nach einem Bericht im "Handelsblatt" jede zehnte Führungsposition streichen. Man habe zu viele Führungskräfte an Bord, zitiert die Zeitung den neuen Vorstandsvorsitzenden Bram Schot.

Schot soll wörtlich gesagt haben: "Eine Ebene, also rund zehn Prozent der Leitung, werden wir rausnehmen können."

Derweil kann die Gewerkschaft IG Metall mögliche Auswirkungen auf den Audi-Standort Neckarsulm (Kreis Heilbronn) noch nicht abschätzen.

Gängige Praxis, Strukturen zu überprüfen

Michael Unser von der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm sagte dem SWR, es sei gängige Praxis, dass Strukturen überprüft würden.

"Wenn man das Niveau nicht halten kann, liegt es in der Natur der Sache, dass man Anpassungen vornimmt. Die Folgen für den Standort kann ich aktuell nicht abschätzen, weil der Standort hier im indirekten Bereich gar nicht so stark gewachsen ist, also überproportional. Aber da muss man jetzt mal in Gespräche gehen, wie sieht das nachfolgende Programm aus."

Michael Unser, IG Metall Heilbronn-Neckarsulm

Unternehmen müsse sich wandeln

Das Unternehmen müsse jünger, dynamischer und weiblicher werden, so Audi-Chef Schot laut "Handelsblatt". Grund für die Maßnahme sei ein zu hohes Kostenniveau. Durch höheren Umsatz und niedrigere Kosten will er das Betriebsergebnis von 2018 bis 2022 um rund 15 Milliarden Euro erhöhen. Unter anderem sollen Elektroautos schneller eingeführt werden.

Auch andere Themen sorgen derzeit bei Audi für Aufregung: Die IG Metall hat am frühen Donnerstagmorgen in Neckarsulm Flugblätter an die Audi-Mitarbeiter verteilt. Darin wirft sie Audi ein Verwirrspiel vor, weil immer noch unklar sei, ob es in der A6-Produktion wieder eine Nachtschicht gibt. In Wolfsburg tagte am Donnerstag der Audi-Aufsichtsrat.

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